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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Berichterstattung Frontal21


Gnoos
10.11.2004, 08:08
Wer von euch hat das gestern gesehen???

Sowohl der Bericht auf der Page, als auch die Ausstrahlung im TV waren wohl nicht gerade "objektiv" oder?

Was denkt ihr?

PS: Für alle Unwissenden, es geht mal wieder um Gewalt in PC-Spielen!

imported_Nils
10.11.2004, 12:30
Der Artikel ist wirklich nicht objektiv und gut recherchiert auch nicht.

imported_ShadowStalker
10.11.2004, 15:00
Ich habe früher eigentlich auch recht oft und gerne Frontal21 gesehen, aber ich schließe mich der Meinung an, die ich schon in mehreren Foren gesehen habe: Frontal 21 ist nicht so objektiv wie sie sich gerne selbst darstellen.
PS:
Nein, den Beitrag im TV habe ich nicht gesehen, da habe ich gerade ein Killerspiel gespielt... :rolleyes:

Jan
10.11.2004, 15:13
Mir gehts inzwischen auch ziemlich auf den Sack, vor allem diese populisten die sich "Journalisten" Schimpfen und jetzt Politiker anstacheln auf die sie sonst immer abrotzen.

Wir haben denen auch mal eine Mail zukommen lassen in der wir ihre Berichterstattung kritisieren und um eine Stellungnahme bitten... vielleicht hilfts was aber ich glaubs net.

killerbirke
10.11.2004, 15:41
Was mich ein wenig wundert, dass Rainer Fromm den Artikel verfasst hat/haben soll. Von jenem Rainer Fromm hab ich mir erst vor kurzem ein Buch mit dem Titel "Digital spielen - Real morden?" gekauft, dass, entgegen dem Titel, ein sehr objektives Buch ist. Er sprach u.a. auch mit einigen Psychologen, Clan-Spielern und mit dem Kollegen von Krawall. Allerdings ist das Buch etwa gegen 2000 erschienen, also somit vor dem Amoklauf in Erfurt. Ein recht guter Schinken zum Einstieg.

Dass gerade er solch einen doch provokanten und schlecht recherchierten Artikel verfasst, wundert mich doch ein wenig. Nichtsdestotrotz konnt ich mir, gerade als der werte Herr aus Bayern seine Meinung bzgl. dem Herstellungsverbot kundtat, das Lachen nicht verkneifen. Was mich noch interessieren würde, wie viel die dort gezeigten "Gamer" dem ZDF Wert waren. Denn teils haben sie so offensichtlich über Blut und Splatter geredet, dass einem wirklich Zweifel kommen, ob die dortgezeigten "Gamer" nicht "gekauft" wurden. So redet eigentlich kaum einer, bzw. nur sehr sehr wenige über Games, zu mal sie ja genau wissen, dass sie uns und eigentlich auch sich selbst irgendwo schaden.

Auch das Interview mit Herrn Hilse von der USK hat gezeigt, dass die Reporter dort nicht wirklich viel Ahnung hatten. Solche wirklich dummen Fragen sieht man selten im Fernsehen und dafür soll man dann (noch mehr) GEZ-Gebühren bezahlen. ;) Übrigens am Rande, die Jugendkriminalität in Deutschland ist gesunken, dagegen ist die Seniorenkriminalität gestiegen. :D

Das ZDF hat mich gestern doch mit diesem Bericht arg enttäuscht. Eigentlich der erste und einzige Sender, der nach dem Erfurter Amoklauf objektiv berichtet hatte und zuletzt auch einen Bericht über eSports in Korea ausstrahlte. Mit dem Frontal21-Bericht wurden die bei mir gesammelten Lorbeeren allesamt wieder verspielt. Somit hab ich die Hoffnung in die deutsche Fernseh-Landschaft wohl komplett verloren. ;)

Jan
10.11.2004, 15:49
Naja Frontal ist für mich nicht besser als ein Boulevardmagazin genau wegen diesem popolismus der mir so gegen den Strich geht...aber ist ein Interessanter Aspekt mit dem Buch, weil ein Gewisser Herr mit dem Nachnamen Fromm hat diese Reportage meines wissens nach gedreht...

Alex
10.11.2004, 22:09
naja es ist doch immer so... alle Jahre wieder kommt mal wieder ein Bericht über die bösen bösen Computerspiele, da man gerade kein anderes Thema zur Hand hat... dann gehts einmal mehr Hop die Runde... danach ist es wieder still...

Gnoos
11.11.2004, 07:46
hoffe nur mal, dass die leute von frontal21 auf unsere mail antworten!! würde bestimmt viele Leser interessieren

frederic
11.11.2004, 18:16
Hallo,

naja das ist Fernsehen. Da sind Leute die sich eine Meinung gebildet haben, ohne aktiv in der Szene zu sein. Okay, vielleicht gibt es auch Ausnahmen. Ich denke Änderungen müssen stattfinden, aber niemals so hart wie man es aus dem Frontal 21 Bericht heraushört.

p.s. Hab den Bericht als Video auf ZDF.de gesehen.

imported_SMOVE
12.11.2004, 07:55
Ich hab denen auch bereits einen brief geschrieben, find das einfach nur eine frechheit für einen öffentlich rechtlichen sender solch einen unobjektiven bericht herauszubringen...


Sehr geehrtes Redaktionsteam,
Mit Entsetzen musste ich vor kurzem einen Bericht mit dem Titel "Video-Gemetzel im Kinderzimmer" verfolgen.
Mit Entsetzen nicht durch das behandelte Thema, sondern wie Sie dieses aufbereitet haben!
Sie scheinen sich überhaupt nicht mit den genannten Spielen auseinander gesetzt zu haben, geschweige denn sie gespielt zu haben! Insbesondere bei dem von Ihnen genanntem Titel Max Payne 2 fällt dies auf, denn hier steht keineswegs das töten im Vordergrund, sondern die erstklassige Story! Desweiteren werden in den Spielen Doom3 und Resident Evil keineswegs Menschen, sondern Zombies, also Monster, getötet, weswegen diese Spiele auch "nur" eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten haben! Nicht in ihrem Bericht erwähnt haben Sie das Spiel "Manhunt" welches indiziert wurde, da es eben exzessive Gewalt gegen Menschen darstellt.
Dies zeugt nicht von besonderer Objektivität, denn dadurch würde gezeigt, dass das System der USK sehr gut funktioniert. Computerspiele, die Sinnlose Gewalt gegen Menschen voraussetzen werden umgehend indiziert.
Desweiteren finde ich es von Ihnen unmöglich alleine die Computerspiele für den Amoklauf von Erfurt verantwortlich zu machen...
Der Junge hatte sowohl schulische, als auch psychische Probleme, das dies weitere wichtige Faktoren waren, die zu diesem schrecklichem Ereignis geführt haben, haben Sie einfach unter den Tisch fallen lassen um den schwarzen Peter weiter auf die "Gewaltspiele" zu schieben.
Das Sie nur gegen Computerspiele hetzen wollen deutet auch darauf hin, das Sie nicht auch kritisieren wie Filme hierzulande behandelt werden. Denn diese können auch einfach ohne weiteres trotz FSK18 Freigabe an Jugendliche verkauft werden, dies scheint Sie aber nicht zu stören, denn gewalthaltige Filme sind ja schon ein längst ausgehungertes Thema, nach dem kein Hahn mehr kräht.

Sicherlich ist der von Ihnen genannte fall (14 Jähriger kauf Doom3) ziemlich extrem, aber Jürgen Hilse hat schon recht wenn er behauptet, dass das System der USK funktioniert. Jedoch ist eine Kette nur so gut wie ihr schwächstes Glied und dies ist eindeutig der Handel!
Doch statt sie die Politiker anregen dem Handel mehr auf die Finger zu schauen und höhere Strafen anzusetzen, pochen sie lieber auf direkte Indizierung von spielen die Gewalt enthalten.
Glauben Sie wirklich das es etwas nützt wenn "Gewaltspiele" weiter indiziert werden und dadurch nur noch "unter der Ladentheke" verkauft werden dürfen? Nein! Denn zur Not wird dann eben mal schnell der große Bruder losgeschickt, oder wenn er das Spiel sowieso schon hat, wird es eben mal ausgeliehen. Und wenn es dann die Freunde des Jugendlichen haben wollen? Kein Problem, im Zeitalter der CD und DVD Brenner, denn viele Spiele die ab 18 freigegeben sind landen bereits über zwielichtige und illegale Wege in Kinderzimmern, das würde auch eine Indizierung nicht ändern, sondern sie würde eher noch Werbung für das Spiel machen, da es ja so Verboten ist, das der Jugendliche es gleich haben muss!

Betrachtet man dies nun genauer hat eine Indizierung nur zur folge, das der ehrliche, volljährige Käufer sich nicht mehr über das Spiel informieren kann und notfalls mehrere Läden besuchen muss um es überhaupt kaufen zu können.
Ein Verbot wie es Günther Beckstein fordert ist hingegen unmöglich, denn dies würde eindeutig eine Zensur darstellen, und Zensur ist in Deutschland per Gesetz verboten!

Nun habe ich mir eine gute Dreiviertelstunde zeit genommen um Ihnen diesen Brief zu schreiben…
Ich muss jedoch sagen, der Beitrag war es gar nicht wert, das ich mir so viel zeit genommen habe um solch einen langen Text zu verfassen, denn Ihr Beitrag war einfach auf unterstem niveau und alles andere als objektiv! Sie haben schlecht recherchiert (siehe Doom 3, Resident Evil) haben Fakten unter den Tisch fallen lassen um dem Beitrag die nötige Schärfe und Dringlichkeit zu verpassen (Erfurt) und haben Minister befragt die diese Spiele höchstens von den Berichten dritter kennen, wenn überhaupt…
Ich schäme mich mit anzusehen, dass für einen solchen Mist GEZ Gebühren verschwendet werden, diese wären dann sogar beim Musikantenstadl besser aufgehoben, denn ich habe schon Artikel in der Bild-Zeitung gelesen, die um einiges Objektiver waren.
Aber anscheinend hat sich das Sommerloch doch noch etwas verlängert, das Sie keinen besseren Bericht bringen konnten.

Mit freundlichen Grüßen
XX

Gnoos
12.11.2004, 08:35
finde es auch echt unmöglich in dieser art und weise zu berichten!! :ugly:

bin ma gespannt, ob der brief beantwortet wird

CatmandOo
12.11.2004, 14:33
Euer Brief, SMOVE, ist ja ganz gut und nett, aber wenn die mehr als den ersten Absatz gelesen haben, wundert es mich. Der Rest strotzt nämlich vor Rechtsschreib- und vielmehr Grammatikfehlern ;)
(Bsp: Glauben Sie wirklich das es etwas nützt wenn -> Glauben Sie wirklich, dass es etwas nützt, wenn *g*)

imported_SMOVE
12.11.2004, 17:44
moooment ich hab da zweimal word drüberlaufen lassen, rechtschreibfehler sind ned auf meinem mist gewachsen ^^

Jan
12.11.2004, 18:04
Groß-/Kleinschreibung? :D Satzbau? :D

imported_Nils
12.11.2004, 19:14
Groß-/Kleinschreibung? :D Satzbau? :D
*hust* *räusper* *erstick*

Sagt mal wieder der Richtige :ugly:.

mrx
13.11.2004, 11:20
Na
das ist doch alles dreck was die da erzählt haben ich finde es wirklich eine Frechheit so etwas in den raum zu stellen :hmpf: und ich glaube der Leser Brief oder wie man es ne3nnen will ... hat bestimmt auch gefruchtet. aber wenn ein 14 Jähiger in einen LAden geht und sic doom3 käuft dann finde ich das die Eltern oder die verkäufer daran schuld sind.....
:D -mainz05 4 ever- :D
MRx

CatmandOo
13.11.2004, 13:42
Hab das Video des Berichtes hier gefunden, für all diejenigen (mich eingeschlossen), die den bericht nicht gesehen haben:
http://www.zdf.de/ZDFmt/mediathek/0,3496,MT-2211992,00.html

Hier noch ein recht langer Brief aus dem www.maniac.de Forum (und stammt von Rainer Bahre aka EVOL), der an die Frontal21 Redaktion, Jörg Schönbohm, Fritz Behrens, zapp-Redation, manciac-Forum und an das GamePro-Forum gegangen ist, aber natürlich gern weiterverbreitet und -gesendet werden darf. Und mit EVOL kann man im Maniac-Forum natürlich auch Kontakt aufnehmen.

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Sehr geehrter Herr Fromm,

in froher Erwartung verfolgte ich am Abend des 9. November 2004 die ZDF-Sendung "Frontal 21", sollte doch unter anderem ein Beitrag über Video- und Computerspiele gezeigt werden, der bei mir schon dank der reißerischen Vorankündigung unter dem Titel "Video-Gemetzel im Kinderzimmer" ein leichtes Unwohlsein in der Magengegend verursachte, mich aber dennoch oder gerade deswegen sehr interessierte. Ich stellte mir wie bei jedem Medienbericht zu dieser "Problematik" auch dieses Mal vorab die Frage, ob sich nach der fast durchweg blamablen einseitig-stimmungsmachenden Berichterstattung nach Erfurt (deren dürftige objektive Qualität von den betreffenden Medien im Nachhinein sogar oftmals eingestanden wurde) wohl etwas geändert haben könnte und endlich differenziert, unabhängig und sauber recherchiert berichtet würde. Aber ich hatte schon so eine Vorahnung, die sich leider bestätigte: es hat sich nichts geändert.

Sehr geehrter Herr Fromm, Ihr Beitrag strotzte nur so vor falschen Informationen, Subjektivität, Undifferenziertheit, Stimmungsmache, Unterstellungen und unrichtigen Behauptungen. Immerhin bereitete die Anmoderation durch Herrn Koll den Zuschauer aber schon sehr gut auf Ihre folgende - die Bezeichnung "Bericht" in keinster Weise verdienende - "Leistung" vor: in deutschen Kinderzimmern würden zurzeit "Polizisten erschossen, Frauen verstümmelt und Rentner mit Knüppeln erschlagen". Was Herr Koll uns mitteilte, klang so, als wären gewalthaltige Spiele erstens ein neues und zwingend aktuell berichtenswertes Thema und zweitens hauptsächlich auf dem "kleinen Bildschirm" in Deutschlands Kinderzimmern anzutreffen. Beides stimmt nicht, da erstens die Diskussion um Gewalt in den (zum Diskussions-Zeitpunkt jeweils neuesten) Medien in der Art Ihres Berichtes in kaum veränderter Form seit den 50er Jahren geführt wird und zweitens das Durchschnittsalter der Computer- und Videospieler in Deutschland mittlerweile über 18 Jahren liegt. Die dritte unrichtige Information folgt unmittelbar: Robert Steinhäuser, der Täter von Erfurt, habe "mit einem brutalen Videospiel das Zielen trainiert". Von der Absurdität der unterstellten Nutzung des betreffenden Spiels "Counterstrike" (nebenbei bemerkt kein "Videospiel") zum "Zieltraining" mal abgesehen, ist ganz generell gesagt kein derartiges Spiel zum Üben des Umgangs mit echten Waffen geeignet. Wie sollte so etwas durch den bloßen Gebrauch von Maus und Tastatur am PC auch funktionieren? Die Funktionsweise jeglicher in Spielen verwendeter Waffen wird am PC nicht annähernd so genau erklärt wie in einem durchschnittlichen Techniklexikon. Dass nach der in Folge des Erfurter Schulmassakers vorgenommenen Änderung des Jugendschutzgesetzes - wie Herr Koll weiter behauptet - "alles schlimmer" geworden sei, ist nichts als undifferenzierte Panikmache. Als Mutter oder Vater eines Kindes, das "Massenmord" am Bildschirm oder Fernseher viele "Metzelstunden" lang als "Sport" betreibt, konnte man es an dieser Stelle durchaus schon mit der Angst zu tun bekommen, vor allem, wenn man sonst keinerlei Ahnung von der Materie hatte und auch im nun folgenden Beitrag immer wieder (anscheinend gezielt eingebaut) die Wörter "Gewaltspiel" (4 mal) und "Killerspiel" (3 mal) hörte. Eine berechtigte Frage wäre dabei gewesen, was denn überhaupt ein "Killerspiel" ist und wieviele der veröffentlichten Titel dazugehören. Eine Antwort blieben Sie jedoch bis zum Schluss schuldig. Dafür sage ich es Ihnen jetzt: das Genre "Killerspiel" gibt es gar nicht. Und sowohl in der Zeit vor als auch nach Einführung des neuen Jugendschutzgesetzes haben noch nicht einmal 5% aller erschienenen Titel (im Jahr 2003 waren es sogar nur 2,5 %) die Einstufung "nicht geeignet unter 18 Jahren" bzw. "keine Jugendfreigabe" bekommen (falls dies die Spiele sein sollten, die in Ihr selbst ausgedachtes Genre fallen). Nur leider haben die "Frontal 21"-Zuschauer diese Information nicht bekommen.

Der Beitrag selbst begann dann mit Ausschnitten aus Doom 3. Das Spiel, so wird gesagt, sei nicht indiziert und gelte somit als "nicht jugendgefährdend". Eine halbwahre Behauptung. Doom 3 steht zwar nicht auf dem Index, hat aber die USK-Einstufung "keine Jugendfreigabe" bekommen, und sein Inhalt ist somit laut USK unter Umständen geeignet, "die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen". (An anderer Stelle behaupteten Sie in ähnlicher Weise: "Killerspiele wie Max Payne 2 oder Mortal Kombat werden nicht als jugendgefährdend bewertet". Das ist schlichtweg unwahr. Denn auch diese Spiele sind erst ab 18 freigegeben und somit wie Doom 3 als potenziell sehr wohl beeinträchtigend eingestuft.) Das Spiel darf folglich im Handel ebenso wie indizierte Titel nicht an Kinder und Jugendliche verkauft werden. Für die Einhaltung der Abgabebeschränkungen sind somit die einzelnen Geschäfte verantwortlich. Ist das beim Verkauf von Alkohol, Zigaretten, Videofilmen und Pornoheften im Zeitungsladen (sowie dem Einlass in Diskotheken oder Kinos) anders? Nein, keinesfalls. Auch da gibt es Vorgaben von der Politik und somit Altersbeschränkungen, die in der Praxis letztendlich der Handel umsetzen muss. Somit ließe sich die Einschätzung des Interviewers im Beitrag "...man kann ja nicht den Verkäuferinnen zumuten, dass sie die Arbeit leisten, die eigentlich der Jugendschutz leisten müsste..." in Hinblick auf die anderen genannten Beispiele mit dem Satz beantworten: "Doch, man kann!". Video- und Computerspiele bilden in der Praxis somit eigentlich keine Ausnahme.

Dennoch, sehr geehrter Herr Fromm, wurde genau dieser Eindruck in ihrem Beitrag immer wieder erweckt und die fehlende Kontrolle gar der USK angekreidet. So behaupten Sie, die USK mache "für den Jugendschutz [...] alleine den Handel verantwortlich", "die Altersbeschränkungen [seien] wirkungslos" und "der Jugendschutz [würde] auf die einzelnen Verkäuferinnen verlagert" (Eine Frage sei dazu erlaubt: Gibt es eigentlich auch männliches Verkaufspersonal? Ich glaube schon. Da aber "Verkäuferinnen" in Ihren Augen wohl noch weniger Medienkompetenz ausstrahlen als Verkäufer, wurde jene Formulierung vermutlich wegen des an dieser eh schon nicht mehr zu leugnenden hetzerischen Populismus des ganzen Beitrags einfach beibehalten.). Letztendlich sind aber weder die USK noch der Handel für die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen verantwortlich zu machen, wenn sich nämlich die Eltern mit ihren Kindern, die für ihre Altersstufe nicht freigegebene Spiele (wie auch Filme, Alkohol, Zigaretten, Pornohefte usw.) kaufen oder auf anderem Wege in die Hände bekommen, nicht auseinandersetzen. Wenn ein Kind ein "ab 18"-Spiel im Handel kaufen kann, wäre die erste Frage, die ich mir zum Thema "fehlende Kontrolle" stellen würde, die, von wem jenes Kind überhaupt die 50 Euro, die das Spiel kostet, bekommen hat (und die direkt folgende zweite Frage wäre: wer hat den "kleinen Bildschirm" im Kinderzimmer, auf dem die "Killerspiele" dann "viele Metzelstunden lang" laufen, bewilligt)...

Oft wurden in Ihrem "Bericht" Spielausschnitte gezeigt und bewertet, ohne vorher auch nur ein Wort über den Gesamtzusammenhang im jeweiligen Spiel verloren zu haben. So präsentierte sich dem Zuschauer beispielsweise eine Szene aus einem Teil der Spieleserie "Silent Scope", in welcher ein maskierter Gegner mit einem Kopfschuss niedergestreckt wurde, woraufhin die Leistung des Spielers vom Spiel mit "Du bist der Größte" eingeschätzt wurde. Mit den Worten "Perverses Lob für einen gezielten Mord" wird diese Szene von Ihnen im Beitrag kommentiert. Dabei haben Sie, Herr Fromm, wohl vergessen zu erwähnen, dass man im gezeigten Spiel die Rolle eines Polizisten übernimmt, das Eliminieren der gegnerischen Spielfigur somit kein "gezielter Mord" ist, sondern eine sowohl im Gesamtzusammenhang des Spiels als auch in einem vergleichbaren realen Fall notwendige und legitime Handlung, zumal der digitale Gegner in jenem Moment kurz davor war, eine unschuldige Geisel zu töten. Und ganz nebenbei bemerkt: heute werden im Fernsehen tagtäglich in fiktionalen Handlungen - vor allem Action- und Krimi-Filmen und -Serien - Verbrecher, Soldaten und auch Unschuldige getötet; die letzteren beiden sehr aktuell auch im kein bisschen fiktionalen Irak-Krieg, der mit brutalen Bildern in Nachrichtensendungen rund um die Uhr und somit für Zuschauer jeden Alters sichtbar dokumentiert wird. Und beinahe ebenso tagtäglich werden die "Leistungen" der Soldaten im Irak von deren Vorgesetzten (manchmal sogar vom DEM obersten) im Fernsehen gelobt und als der Kampf des "Guten gegen das Böse" gerechtfertigt. Da stelle ich mir die Frage, was hier wirklich pervers ist...

"Mord als Spielspaß" unterstellten sie den Nutzern gewalthaltiger Computer- und Videospielern an anderer Stelle. Schon wieder Mord? Jenen Spielern wurde also nochmals ernsthaft eine Straftat angelastet und ebenso vorgehalten, dass ihnen diese Spaß mache. Im vergleichbaren Fall müsste man demnach den Zuschauern eines Actionfilms wegen ihrer Passivität bei gezeigten Gewalttaten unterlassene Hilfeleistung unterstellen und sich jegliche unterhaltende Wirkung solch eines Films verbitten.

In Ihrem Beitrag erhielt der Zuschauer auch die alarmierende Information, die "Metzelspiele" seien "überall im Handel in den Hitlisten ganz oben". Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass das Durchschnittsalter der Nutzer von Computer- und Videospielen über 18 Jahren liegt, diese volljährigen Konsumenten betreffende Titel somit völlig legal erwerben dürfen, klingt der zuvor unterstellte Missstand jener "Metzelspiel"-Hitlisten gleich viel weniger dramatisch. Dieser Fakt wurde von Ihnen jedoch erwartungsgemäß beiseite gelassen, der fachunkundige Zuschauer somit erneut gezielt unvollständig informiert. "Bedenklich", so behaupten Sie, sei darüber hinaus, dass Spiele ohne Jugendfreigabe offen beworben werden dürften, ja sogar in den Zeitschriften, die Kinder und Jugendliche hauptsächlich lesen. Werden Alkohol und Zigaretten nicht ebenso öffentlich beworben? Alkohol nicht gar regelmäßig in der von Minderjährigen weitaus stärker konsumierten Fernsehwerbung?

Jürgen Hilse von der USK unterstellten Sie "Zufriedenheit im Amt" und prangerten an, dass von 3.500 geprüften Titeln "nur 23 Spiele" keine Freigabe bekommen hätten. Mich würde mal interessieren, woher Sie diese Zahlen haben. Die USK hat seit 1994 über 10.000 Titel geprüft, im Jahr 2003 waren es 2.286. Woher also die "3.500"? Nach der Informationsquelle für die angeblich 23 nicht freigegebenen Titel könnte ich nun auch fragen, an dieser Stelle würde ich aber lieber wissen, was sie mit "nur" meinen. "Nur 23"...klingt so, als wäre dies zu wenig (...wohl allein aus dem Grund, dass Sie sich die Zahl vermutlich ausgedacht haben). Nur, wie können Sie das einschätzen? Haben Sie persönlich alle anderen zu unrecht freigegebenen Titel selbst geprüft und Mängel in der Einstufungspraxis festgestellt? Wohl kaum. Dann hat es sicher ein fachkundiger Experte gemacht. Aber, wo ist der? In Ihrem Beitrag, Herr Fromm, taucht er jedenfalls nicht auf. Ich frage Sie also nochmals: Woher haben Sie diese Informationen?

Der interessierte Zuschauer wurde in Ihrem Beitrag darauf hingewiesen, dass die Vorgänger mancher Spiele früher indiziert worden seien, während die aktuellen Nachfolger nicht mehr auf dem Index landeten. Mal davon abgesehen, dass Sie auch diesen Schwarzen Peter ungerechtfertigt der USK zuschoben und darüber hinaus unverschämterweise unterstellten "das hat offensichtlich System bei der USK", ohne die in Wirklichkeit für Indizierungen zuständige BPjM auch nur erwähnt zu haben, war diese Formulierung nur ein weiterer Beleg dafür, dass Ihnen wohl entgangen ist, dass der Großteil der Spiele-Nutzer volljährig ist und es somit nicht nötig hat, vor jugendgefährdenden Inhalten geschützt zu werden. Genau das passiert aber bei Indizierungen, weil in solchen Fällen durch Jugendschutzmaßnahmen indirekt auch volljährige Nutzer betroffen sind, wenn sich nämlich Vertriebs- und Werbebeschränkungen ebenso auf sie auswirken. Die Abnahme von Indizierungen und die dafür umso konsequentere Umsetzung des Verkaufsverbots nicht für die Jugend freigegebener Titel wäre eine wünschenswerte Entwicklung. Sie hingegen plädierten unverständlicherweise für das Volljährige entmündigende genaue Gegenteil: mehr Indizierungen...

Ich zitiere eine weitere falsche Behauptung aus Ihrem Beitrag: "Die USK sollte den Jugendschutz verbessern, das Gegenteil ist der Fall: mehr Gewaltspiele statt weniger". Falsch! Während im Jahr 2002 noch 3,2% aller erschienenen Titel ab 18 Jahren freigegeben wurden, waren es 2003 nur noch 2,5%. Und 2,5% sind ganz eindeutig weniger als 3,2%. Gut, vielleicht sagen Sie jetzt, dass sich die Aussage auf die absoluten Zahlen bezog...es wäre in dem Fall nur schön gewesen, wenn dies wie noch ein Dutzend weiterer notwendiger Richtigstellungen den Zuschauern sofort mitgeteilt worden wäre.

Jürgen Hilses Einschätzung, die freiwillige Selbstkontrolle habe sich im Bereich der Video- und Computerspiele bewährt, kommentierten Sie polemisch mit den Worten "Bewährt? Ein Hohn bei Spielen wie Hitman Contracts". Als wäre die bloße Existenz gewalthaltiger Spiele der Beweis für das Versagen der Freiwilligen Selbstkontrolle.
Zum Spiel Mortal Kombat (bei dem es sich um den Serienteil "Deadly Alliance" handelte, was Sie nicht erwähnten) meinen Sie dann, die Einstufung "unbedenklich ab 18" (die es so nicht gibt; richtig heißt es "keine Jugendfreigabe", auch das wurde nicht ein einziges Mal erwähnt) sei nur eine "Ausrede der USK", womit Sie abermals die USK für die fehlende Kontrolle im Handel verantwortlich machen. Sehr geehrter Herr Fromm, die Aufgabe der USK besteht darin, Alterseinstufungen für Spiele vorzunehmen (oder dies gegebenenfalls abzulehnen). Sie soll keinesfalls die Produktion, Veröffentlichung oder den Verkauf der Spiele kontrollieren oder gar verhindern. Das käme ja auch einer Vorzensur gleich, die es in Deutschland glücklicherweise nicht gibt und die auch Sie doch wohl nicht ernsthaft befürworten. Oder?

Auf Jürgen Hilses Hinweis, bei einigen gewalthaltigen Spielen wie beispielsweise Mortal Kombat sei ein hoher Distanzierungsgrad gegeben, konterten Sie völlig undifferenziert mit dem Kommentar "Distanzierungsgrad? Blutfontänen und Todesschreie sind die einzige Handlung dieses Killerspiels". Hätten Sie, Herr Fromm, sich als Autor, der nur allzu offensichtlich über keinerlei medienpädagogische Ausbildung geschweige denn Kompetenz oder wenigstens annähernd ausreichendes auf das Thema bezogenes Hintergrundwissen zu verfügen scheint, bei Ihren "Recherchen" mal die Mühe gemacht, sich auf den Internetseiten der USK zu informieren, wären Ihnen sicher die auch für Fachunkundige durchweg verständlichen und sehr gut nachzuvollziehenden Erläuterungen zu den Richtlinien, nach denen die USK die verschiedenen Alterseinstufungen vornimmt, aufgefallen, und dort auch die Erklärung, was mit dem Begriff "Distanzierungsgrad" gemeint ist. So wäre es dann vielleicht auch für Sie nachvollziehbar gewesen, was Jürgen Hilse Ihnen in Bezug auf Mortal Kombat, das - mal eben einen Schritt aus dieser Detaildiskussion zurückgetreten und nochmals ganz nebenbei bemerkt - immerhin für Kinder und Jugendliche ebenso wie alle anderen diskutierten Spiele ganz offiziell nicht freigegeben ist, verständlich machen wollte.

Und wenn doch nicht, dann gebe ich Ihnen an dieser Stelle einen Tipp: Schauen Sie sich doch mal an einem Samstagvormittag das Kinderprogramm im Fernsehen an. Spätestens bei einer Folge "Tom und Jerry" dürfte Ihnen klar werden, dass zwischen comichaft-überzeichneter und realitätsgetreuer Darstellung von Gewalt ein nicht zu übersehender Unterschied besteht. Denn auch in der Welt der lustigen Katze und der niedlichen Maus gibt es bewaffnete Gewalt, Sterbeszenen und Todesschreie. Nur ist wegen der übertriebenen und unrealistischen Darstellung im Comicstil - wie bei Mortal Kombat - ein hoher Distanzierungsgrad gegeben. Natürlich können Sie sich an dieser Stelle dann auf "Experten" wie Werner Glogauer berufen, die selbst noch harmloseren Kinderprogrammen als "Tom und Jerry" schädigende Wirkungen unterstellen, aber in dem Falle hätten Sie dann selbst das allerletzte bisschen nicht vorhandener Glaubwürdigkeit verspielt.

Kurz vor Schluss geben Sie uns die Information "Bayern will solche Spiele ganz verbieten", die aufgrund ihrer absoluten Nicht-Aktualität keinem politisch halbwegs informierten Zuschauer auch nur annähernd die Socke vom Fuß haut, denn diese bayerische Forderung gibt es in etwa so lange wie die Spiele selbst. Dann ließen Sie überflüssigerweise auch noch Herrn Beckstein zu Wort kommen, der sehr konstruktiv beitrug: "Wir brauchen Herstellungsverbote". Und als ob das nicht schon genug des Populismus gewesen wäre, stimmten Sie ihm auch noch zu: "Herstellungsverbote, das klingt gut!". Das ist doch wirklich unfassbar, setzt aller Stimmungsmache in Ihrem Beitrag letztendlich aber nur noch die Krone auf.

Ich empfinde es als absolutes Armutszeugnis Ihres Beitrags, dass an dieser Stelle nicht mehr "nur" Zensur und die Einschränkung der Meinungsfreiheit gutgeheißen wurden, sondern gar ein Herstellungsverbot befürwortet wurde. Das kann doch nicht Ihr Ernst sein, Herr Fromm! Es gibt nach wie vor noch nicht einmal im Ansatz irgendwelche gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse über die mögliche schädigende Wirkung gewalthaltiger Spiele. Der Ruf von Herrn Beckstein, zugegebenermaßen dem Innenminister Bayerns, nach einem Herstellungsverbot beruht somit auf bloßen Unterstellungen und Behauptungen. Herr Beckstein und alle anderen in eigenen Belangen durchaus medienkompetenten Politiker, die hier hier nach Verboten schreien, meinen aus irgendwelchen Gründen, es - wie immer bei diesem Thema - besser zu wissen als die Experten.

(Nur ganz nebenbei: "Keine Jugendfreigabe" - wie die meisten "Killerspiele" - haben in Deutschland auch harte Spirituosen. Warum fordern Sie, Herr Fromm, und Herr Beckstein dafür kein Herstellungsverbot? Wie viele Kinder und Jugendliche sind wohl im letzten Jahr durch den Genuss von harten Spirituosen oder durch in berauschtem Zustand begangene Folgehandlungen und wie viele durch das Spielen und die unterstellten Wirkungen und Handlungen von gewalthaltigen Video- und Computerspielen verletzt worden oder umgekommen?)

Und apropos Experten: wo waren die eigentlich in Ihrem Beitrag, Herr Fromm? Medienwissenschaftler, Pädagogen oder wenigstens noch jemand von der Bundesprüfstelle. Niemand! Niemand mit ausreichend Ahnung, außer Herrn Hilse von der USK. An dem ließen Sie ja aber, wie an der USK selbst, völlig ungerechtfertigterweise kein gutes Haar.

Die ansonsten nicht vorhandenen Experten in Ihrem Beitrag wurden durch umso mehr Leute wettgemacht, die jegliche erforderliche Kompetenz vermissen ließen: 15-Jährige, die Doom 3 zocken (praktizierter Jugendschutz, Herr Fromm, wäre übrigens gewesen, sie davon abzuhalten). Herr Schönbohm und Herr Behrens, die ja, wie Sie selbst sagten, erst durch Ihre unsauberen, erschreckend subjektiven, stimmungsmachenden und frech als "Recherche" bezeichneten Ergebnisse auf die ja wieder mal ach so aktuelle "Problematik" aufmerksam geworden waren ("Mit den Frontal 21-Recherchen konfrontiert, sind mehrere Innenminister alarmiert."...alarmiert bin ich auch, allerdings ausschließlich wegen der neuerdings erschreckend schlechten Qualität mancher "Frontal 21"-Beiträge). Dazu noch Herr Beckstein, der sich ja schon zu Zeiten des Erfurter Schulmassakers mit seinen Verbotsforderungen kaum zurückhalten konnte, und von dem somit auch aktuell nichts anderes zu erwarten war.

Sehr geehrter Herr Fromm, Sie scheinen ja geradezu stolz darauf zu sein, dass die Politik durch eine Berichterstattung, die zu einem großen Teil aus falschen Informationen besteht, auf ein Problem aufmerksam gemacht wird, das zwar sehr wohl besteht, dessen Ursachen es aber ganz bestimmt anders zu bekämpfen gilt als durch die fortwährende Forderung von Verboten, und gegen das - durch Übertreibungen und scheinbar gezielte Falschinformationen - der hierbei von Seiten der Politik gern betriebene blinde Aktionismus wie in der Zeit nach Erfurt abermals geradezu heraufbeschworen wird. Vielleicht könnten Sie oder doch lieber ein fähiger Kollege ja anschließend mal einen Bericht machen über die Auswirkungen unsauberer Medienberichterstattung über Video- und Computerspiele auf Landesinnenminister. Mein Titelvorschlag: "Koalition der Unwissenden" oder sowas Ähnliches.

Deutschland hat bereits die umfassendsten Jugendschutzbestimmungen Europas, dennoch und nach wie vor scheinen einige Politiker und ZDF-Autoren zu meinen, es sei am besten, den "Schutz" wortwörtlich zu nehmen. Dass es aber viel sinnvoller wäre, Kindern und Jugendlichen Kompetenz im Umgang mit Computer- und Videospielen sowie allen anderen Medien zu vermitteln statt alles vermeintlich "Schädliche" immer gleich verbieten zu wollen, wird in den meisten Fällen nicht einmal als Möglichkeit in Betracht gezogen.

"Bis jetzt schafft es die Politik noch nicht einmal, bestehende Gesetze anzuwenden. Ein Armutszeugnis." heißt es in Ihrem Beitrag abschließend. Die Politik wendet jedoch sehr wohl die bestehenden Gesetze an, die im europäischen Vergleich auch völlig ausreichend sind. Nur funktioniert Jugendschutz nun mal nicht auf der Grundlage möglichst strenger Gesetze. Das Armutszeugnis kann man somit noch am ehesten Ihnen, Herr Fromm, und ihrem "Bericht" ausstellen, da hier wieder einmal vor allem auf Kosten erwachsener Video- und Computerspieler, die mit ihrem Hobby nach wie vor nicht ernst genommen werden, undifferenziert und grob fahrlässig Stimmung gemacht wird.

Bleibt nunmehr festzuhalten, dass sich die grundsätzliche Vorgehensweise, potenziellen Mediengefahren mit der Forderung nach Verboten zu begegnen, seit der Einführung des ersten Jugendschutzgesetzes im Jahr 1953 wohl auch dank immer wieder eingestreuter stimmungsmachender und unsauber recherchierter Beiträge - wobei der vorliegende von Ihnen, Herr Fromm, als Musterbeispiel gesehen werden kann - in ihren Grundzügen leider nicht verändert hat.

Vielen Dank, Herr Fromm. Vielen Dank, Frontal 21. Vielen Dank, ZDF.

Ron Bahre


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Hier noch zwei interessante Beiträge zum Thema:
http://www.gu-videogames.de/uni-gamecube/index.php3?page=editorials_artikel&artikel=8
http://www.4players.de/rendersite.php?LAYOUT=kolumne_show&world=4players&KOLUMNEID=93&sid=77dfad3787d7b52f6913781dce02f04b

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Quelle: http://forum.gamestar.de/gspinboard/showthread.php?t=74708

imported_SMOVE
13.11.2004, 18:07
Ich find den artikel hier noch äußerst lesenswert:
http://www.demonews.de/kurznachrichten/index.php?shortnews=2890

Gnoos
14.11.2004, 23:11
unsere kolumne zum bericht:

http://www.gamevision.de/artikel.php?id=204

DevilsSeed
15.11.2004, 07:44
sehr gut geschrieben,hab sie gerne gelesen :)

imported_joko
15.11.2004, 16:04
Vielleicht hams ja ein paar von euch gestern gehört, beim Privatsender bigFM gibt es Sonntag Abends immer eine Talksendung namens "0700-Nighttalk" Das Thema gestern war Gewalt in Computerspielen. Dort wurde auch eine Dame von der USK zu Wort gebeten und Sie äusserte sich unter anderem ungefähr folgendermaßen: "[...]Computerspiele, vor allem diese 'Ballerspiele' können in vielerlei Hinsicht nützlich sein, zum Beispiel lernt der Spieler Taktiken auszuarbeiten und schnell zu reagieren[...]"

Ich weiß eigtl. nicht warum ichs schreib, aber es passt halt grad sehr gut zum Thema. :D

Jan
15.11.2004, 16:35
is das net sein Radiosender? :)

CatmandOo
15.11.2004, 16:40
BigFM ist auch ein recht Jugendorientierter Sender, daher ist es kein Wunder, wenn diese ausnahmsweise mal milde/positiv über PC-Spiele berichten. Was die Dame da gesagt hat, kann übrigens nur ein kleiner Ausschnitt und vielleicht sogar das einizig positive sein und alles negative kann ja auch einfach weggelassen worden sein (in vielen anderen Medien ist es allerdings genauso, nur umgekehrt (die positive Seite wird weggelassen)).

ScheinTod
15.11.2004, 20:32
Ich finde das viele Leute Egoshooter viel zu schlecht sehen. Bei uns in Deutschland werden so schon viele Spiele schlechter gemacht damit sie hir zugelassen werden können wie z.B. C&C Generäle, wo man die Stimmen im Vergleich zur englischen Version schlechter gemacht hat.
HL² sollte glaub ich auch "entschärft" werden damit es schon ab 16 zu haben is, deswegen gab es auch den Vorverkauf bei Amazon den man aber wieder abgeschaft hat, weil Valve diese Verschlechterung nicht wollte und das Spiel jetzt ab 18 is. :(

imported_joko
15.11.2004, 21:04
Also da muss ich dir wiedersprechen, wenn ein Spiel angepasst wird, dann wird der Publisher / Entwickler kaum versuchen das Spiel für den Käufer durch "Verschlechterungen" attraktiv zu machen. Er wird wohl lediglich versuchen, die wesentlichen Teile des Spiels zu entschärfen.

Und nur mal so: Wenn du unbedingt C&C Generals haben willst, besorg dir doch die englische Version.

Gnoos
15.11.2004, 21:31
denke auch, dass es für valve eher verkaufsfördernd gewesen wäre...

imported_Mence
16.11.2004, 16:35
denke auch, dass es für valve eher verkaufsfördernd gewesen wäre...

Noch viel verkaufsfördernder wäre der Verzicht auf Steam gewesen ;)

Gnoos
16.11.2004, 16:49
allerdings ;)

Jan
16.11.2004, 18:28
boah hat mich das heute aufgeregt... :D

ScheinTod
16.11.2004, 18:33
:dagegen:
Ich habe nicht gemeint das der Hersteller das Spiel schlechter oder bestimmte Teil entschärfen will sondern die die das Spiel hier genehmigen!! Ich weiß auch das Valve seine Spiele nie schlechter macht würde, das hab ich doch auch geschrieben oder ???
Ich Zitiere:
[...],weil Valve diese Verschlechterung !!nicht!! wollte....

Gut ich habs vielleicht etwas übertrieben mit dem verschlechtern aber wer will den schon ne Version die son bischen :hippy: is?? :)

daEm0n
16.11.2004, 22:12
Die Kolummne gefällt mir recht gut. Allerdings fehlen irgendwie Argumente und ist, denke ich, nicht für jemanden geeignet der selbst aktiv spielt.

Aber zum Thema allgemein: Hier in Österreich wird der "Jugendschutz" teilweise durchgeführt. In größeren Einkaufshandelsketten(Kästner & Öhler) wird die Kontrolle durchgeführt. Als GTA: San Andreas rauskam, standen nehmen der Kasse 10 Jugendliche die sich alle das OK ihrer Eltern per Handy reinholten und somit das Spiel erwarben. Nun ja, Jugendschutz?
Das Thema ist einfach so komplex, man kann es in ein paar Minuten nicht zusammenfassen. Das denke ich aber auch keine Ausrede für Rainer Fromm. Will er solche Beiträge weiter machen, sollte er sich bei der BILD bewerben.

Und mal am Rande: Wenn ich Wolfenstein zocke, auf was bin ich da aus? Auf das Blut meiner Gegner oder darauf, dass ich die Objectives schaffe?

Jan
17.11.2004, 06:19
Das ZDF hat übrigens versucht sich zu rechfertigen indem sie die "häufigsten Fragen" beantwortet hat, die Hauptkritikpunkte ide ich überall gelesen habe sehe ich dort nicht:
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/18/0,1872,2219410,00.html

CatmandOo
04.12.2004, 13:09
http://mitglied.lycos.de/solmyr77/Gamer/brot.gif

Xhi
04.12.2004, 13:56
Hehe, nicht schlecht, das sollte mal jemand ins ZDF-Forum posten, wenn die da überhaupt sowas haben. :tongue: