Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Szenenrollenspiel: "Destiny"
Eauxfolles
17.01.2008, 14:02
OOC:
Ich möchte euch gern dazu einladen gemeinsam eine Geschichte zu erzählen, die in der Welt von Hyboria spielt.
Die Regeln dabei sind recht einfach. Es werden abwechselnd von verschiedenen Personen 2-3 Absätze einer Geschichte gepostet. Der nächste Author greift die Handlung des Vorredners auf und erzählt sie weiter. Bei den eigenen Posts sollte man im Sinne eines “künstlerisch wertvollen Gesamtwerkes“ darauf achten, dass die Erzählperspektive nicht ohne Grund wild gewechselt wird und man soweit wie möglich innerhalb eines Gesamtzusammenhangs weiter erzählt. Es werden sich sicherlich mit der Zeit mehrere Handlungsstränge ergeben, die parallel erzählt werden. Das ist überhaupt kein Problem. Sollten es einmal zuviele und damit etwas unübersichtlich werden, kann man diese in der Erzählung schliessen.
Die Geschichte fängt an wie ein von uns allen erwartetes MMORGP. Mehr wird jetzt aber nicht verraten, soll ja jeder seine eigenen Ideen mit einbringen.
Ich freue mich auf viele spannende Abenteuer und eine rege Beteiligung.
P.S. Wie ihr seht soll das eigentlich weniger ein Szenenrollenspiel werden als eine Community-Geschichte... die Formulierung nehmt mir aber sicherlich niemand übel.
/Update: Ich werde die Story entgegen der Idee, dass man abwechselnd posten sollte, von Zeit zu Zeit weiterführen in der Hoffnung, die Authoren unter euch zu motivieren :grins:.
/OOC
Eauxfolles
17.01.2008, 14:16
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.: Destiny :.
http://www.world-of-templer.de/conan/images/fbfiles/images/ship.JPG
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Mein noch geschlossenes Augenlid wurde von einem grellen Sonnenstrahl getroffen, der sich einen Weg durch das zerfetzte Hauptsegel gebahnt hatte, welches wie ein lebloses Stück fleisch am Hauptmast zu hängen schien und von Zeit zu Zeit vom Wind sanft, scheinbar vorsichtig hin und her bewegt wurde. Nach den letzten Tagen die ich zusammen mit den anderen verlorenen Seelen auf dem Unterdeck verbracht hatte, vermochte es die sonst so lebensspendende Sonne zu meinem Erstaunen nicht, meinen müden Körper zu erwärmen. Es fiel mir schwerer als sonst meine Augen zu öffnen. Sofort musste ich mir an den Hinterkopf fassen. Das Blut war bereits getrocknet und klebte meine verdreckten Haare nur noch mehr zusammen. Der dumpfe Schmerz war geblieben und drohte mir schon nach kurzer Zeit erneut damit das Bewusstsein zu rauben. Wenn er es nur tun würde, vielleicht könnte ich im Traum etwas darüber erfahren wer ich bin, wie ich auf dieses Schiff gekommen war und wo das Land meiner Vorfahren zu finden ist. Zumindest zeigte mir der Schmerz, dass in diesem Schädel mehr sein musste als diese Hirngespinste.
Ich liess meine Augen entlang der frisch gebohnerten Planken des Hauptdecks schweifen. Aus einzelnen von ihnen ragten alte, krumme und teilweise schon rostige Nägel heraus. Wiederum andere waren in ihrer gesamten Länge verzogen oder boten einen Unterschlupf für ganze Kollonien von Würmern, Maden und anderen Insekten. Ein Wunder, wie dieses Schiff überhaupt noch die ihr aufgebürdete Last tragen konnte. Meine Augen folgten dem Deck weiter und verharrten am Sockel des Vormastes. Zwei Beine, von der rauhen Seeluft bereits angegriffen und aufgerauht, wurden dort von einem dicken Tau in Position gehalten. Die Farbe des Taus hatte sich, durch das Scheuern am Holz und dem getrockneten Blut welches aus den Knöcheln ausgetreten war, in einer vielzahl von Brauntönen gefärbt. Es musste ein auswegloser Kampf sein sich aus dieser Fessel zu befreien. Als meine Augen dem Verlauf der Füsse über die Knöchel, die Beine hinauf zum Knie und schliesslich den Oberschenkeln folgten wurde mir klar, dass dies nicht die Statur war, die ich dort erwartet hätte. Das war weder der muskulöse Körper eines meuternden ersten Maats, noch war es das Gerippe eines Sklaven der seine Ration hatte damit aufbessern wollen, dass er sich ein von Schimmel überzogenes Stück Brot angeeignet hatte. Mehr und mehr gewann ich das Gefühl, dass der stechende Schmerz, die brennende Sonne die scheinbar schon über Stunden auf mich eingewirkt hatte und mein Wunsch endlich wieder nach langer Zeit die Nähe einer Frau zu spüren, meine Sinne vereinnahmt hatten. Ich begann verzweifelt darüber nachzudenken, wie ich auf dieses Schiff gekommen war, wobei mich mein Gedächtnis immer wieder an der selben Stelle im Stich liess. Ich hatte einfach kein Leben vor dem Schiff, keine Kindheit, keine Vorfahren und Niemanden, der voller Sehnsucht auf mich wartete. Ich wagte einen Gedanken darüber zu verlieren, wie ich entkommen konnte. Mein Leben sollte, nein mein Leben konnte nicht hier und nicht jetzt bereits zu Ende sein.
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Eauxfolles
22.01.2008, 09:43
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Meine melancholischen Gedanken wurden jeh unterbrochen als sich die Hände, nein Pranken zweier Matrosen um meine Oberarme schlangen. Vor lauter Schmerz und vielleicht auch wegen des Anblicks der gefesselten Sklavin, hatte ich sie nicht bemerkt. Für einen kurzen Moment war ich umso überraschter, da die zwei Gestallten nicht gerade die Statur einer liebreizenden Tänzerin zu haben schienen, wie sie in bestimmten Häusern der grossen Städte vorzufinden waren, sondern eher jedem noch so blutrünstigem Barbaren alle Ehre machen könnten. Mit einem einzigen Impuls wurde ich, mühelos wie die wertvolle Ladung eines Schiffes welche von einem Kran gelöscht wurde, in die Höhe gerissen. Soweit aufrecht stehend wie es mir meine Verfassung ermöglichte, liessen mich meine neugewonnenen Freunde wieder los, damit ich einen Bruchteil einer Sekunde später wieder, fast leblos, in mich zusammensacken konnte. Ein dumpfer Schlag markierte das Auftreffen meiner Knie auf dem morschen Deck. Schmerzen konnte ich keine vernehmen, vielleicht war ich auch dazu schon zu schwach.
Von der Sonne geblendet musste ich meine Augenlider fast schliessen um auch nur die Silhouette der Person zu erkennen, die sich vor mir aufbaute. Ich hatte niemals gedacht, das eine Erinnerung so schmerzhaft sein könnte. Wie der Himmel von einem Blitz zum Brennen gebracht wird rasten Bilder der letzten Tage in mein Gedächtnis. Obwohl ich schon auf den Planken liegend nicht den Eindruck hatte, dass ich der Kapitän dieses Kutters war, wurde mir schnell bewusst, dass meine Lage dennoch etwas angespannter zu sein schien. In meine Mine, wenn überhaupt noch in den zahllosen Falten meines Gesichts erkennbar und bisher eher von einem vor Schmerzen gezeichnetem Ausdruck bestimmt, mischte sich nun ein gewisser Grad an Besorgnis, nein, fast schon Befürchtung oder böse Vorahnung. Das war also der Anführer dieser Besatzung, der auch sogleich sicherstellte, dass ich mir dessen auch ohne die lückenhaften Erinnerungen die sich in meinem Schädel langsam zusammensetzten bewusst wurde. Etwas Genugtuung verspürte ich, als ich mich aufgrund seines Schlages in meine Magengegend auf seinen Stiefel erbrechen musste. Manchmal erlangt man in den abenteuerlichsten Situationen neue Erkentnisse. Für mich war das auf dem Boden kauernd die Klarstellung, dass man auch ohne etwas im Magen in der Lage war den selbigen zu entleeren. Der Schmerz war dennoch nicht zu verachten und liess mich meine Wunde am Kopf kurzzeitig vergessen... ein klares Unentschieden, versuchte ich mir einzureden. Meine Freunde halfen mir dabei etwas Haltung zu wahren und richteten mich erneut auf. Ein innerer Drang kam in mir hoch mir mein Gesicht abzuspülen, hatte aber das Gefühl auf Formalismen sollte man in dieser Situation doch besser verzichten und unterlies das höfliche Fragen nach einer Schüssel. Was würde als nächstes kommen?
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Eauxfolles
29.01.2008, 12:01
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Es mag Irnoie gewesen sein, dass ich gerade noch an etwas Wasser gedacht habe und mir schon im nächsten Moment das nasse Element versucht die Lebensgeister zu entreissen. Tropfen um tropfen umspülte die See meinen müden Körper. Das klare Wasser war wie Balsam für meinen geschundenen Körper, zur gleichen Zeit jedoch auch verantwortlich für weitere, unsagbare Schmerzen die das Salz beim Eindringen in meine zahlreichen Wunden verursachte. Dennoch war es genau dieser Schmerz, der mich wieder zu den Lebenden holte, der mich wieder zu Bewusstsein kommen hat lassen. Das Schiff, auf dem ich gerade eben noch um mein Leben fürchtete, war nun nichts anderes mehr als ein grosser Schatten, der am Himmel an mir vorbeizog. Wie ein Adler der mit ausgestreckten Flügeln, Kreise ziehend, seine nächste Mahlzeit bereits erspät hat und nur noch auf den geeigneten Moment wartet um sich dann auf seine wehrlose Beute zu stürzen und ihr die Eingeweide zu durchbohren, so trohnte die Galeere über mir als ich weiter und weiter in die dunkle Tiefe sank.
Mit letzter Kraft konnte ich mich Stück für Stück an den Strand ziehen. Vollkommen erschöpft von den letzten Tagen an Deck und an den Rudern, hätte ich niemals auch nur einen rostigen Dolch darauf gewettet, dass der reine Überlebenswille in der Lage sein kann weitere Kraftreserven zu mobilisieren. Ich lies mich auf den Rücken fallen, wobei ich mich eher drehte als dass ich fiel, vergleichbar mit einem gestrandeten Wahl dem unter praller Sonne jede noch so kleine Bewegung schwer fällt. Was würde ich über meine abenteuerliche “Flucht“ erzählen, würde ich dannach gefragt werden? Dass ich mich mit blossen Fäusten noch gegen 3 Mann verteidigen konnte, bevor man mich von Hinten bewusstlos geschlagen, gefesselt und dann über Bord geworfen hatte, wo ich mich sogleich mit dem im Schuh versteckten Messer wieder befreien konnte? Oder doch die wahre Geschichte darüber, dass mein Leben wohl nicht wertvoll genug gewesen ist um ein Tau zu verschwenden und man sich meiner lediglich dadurch entledigt hat, dass man mich bewusstlos dem Meer übergab? Mein Körper beschloss für einige Momente das Denken zu vernachlässigen, mir wurde schwarz vor den Augen.
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"Oha. was haben wir denn hier meine Lieben?"
Ich spürte die Taubheit aus meinem Gesicht schwinden, als mich etwas stubste.
Immer und immer wieder.
"Ist es tot? He! Ist es tot?!"
Ein fauliger Geruch wehte mir ins Gesicht, eine krächzende, keifende Stimme brüllte mich an.
"Nein! Seht ihr? Seht! Es muckst sich, hehe. Es ist nicht tot."
Dem grellen Licht der Sonne trotzend, öffnete ich vorsichtig die Augen um zu sehn wer mein neuer Peiniger war.
Bei dem Anblick der sich mir jetzt bot, musste ich fast meinen leeren Magen rauswürgen und lies mich husten. Eine schrecklich entstellte Gestallt. Sie lies nur mehr einen Menschen erahnen. Krumm, ein mit nässenden Beulen überzogenes Gesichtund schiefe, braune Zähne, mit einem furchtbar stinkenden Atem, der sogar Tote wieder aufwecken würde. Fahle Augen, die wie Pickel aus dem Gesicht hervorquollen stierten mich an, als ob ich ein seltener Schatz wäre. Die Hand hing an einem langen ausgezehrten Arm. Mit geschwollenen, krumen Finger hielt er einen Knochen, mit dem er den nicht enden wollenden Sturm von stubsen und picksen über mich ergehen lies.
"Verschwinde" keuchte ich heraus. "Was willst du von mir?"
Der Häßliche riss die Augen weiter auf und machte einen Schritt nach hinten. Hastig, schaute er sich um, bis er einen groben, großen Ast zu packen bekam, den er kurz darauf auf meinen Schädel niedersausen lies.
Der unerwartet kräftige Schlag drängte mich wieder in die Bewustlosigkeit. So sehr ich mich auch degegen wehrte in Anwesenheit dieses Irren ohnmächtig zu werden, mein Körper war einfach zu schwach. In der Ferne die Realität. Ich konnte nur erahnen, wie ich durch den Sand gezogen wurde und meine Versen wie von tausend Feilen wund gerieben wurden. Der Schmerz wollte einfach nicht enden.
Ich konnte der Hölle entkommen, nur um in einer anderen wieder geboren zu werden.
...(ooc: vielleicht etwas kurz, doch für den Anfang fällt mir nicht mehr ein ;) )
Eauxfolles
07.02.2008, 19:12
Obwohl ich inzwischen durch die tagelangen Strapazen ausgehungert war, was durch meinen Magen bezeugt wurde, der langsam anfieng sich selbst zu verdauen, wurde es dem Aussätzigen nach einiger Zeit zu mühsam die Last meiner von Haut zusammengehaltenen Knochen zu ziehen. Als meine Augen sich langsam wieder öffneten lag ich mit dem Gesicht im Sand und atmete bei jedem einzelnen auch noch so kleinen Atemzug mehr und mehr von dem nasskalten Dreck ein, der meinen Körper bettete.
Nachdem das erste Schwindelgefühl aus meinem Kopf entwichen war und sich die Bilder vergangener Tage nicht mehr wie im Wettstreit überlagerten, konnte ich erste klare Gedanken fassen. Ich stützte mich mit meinen Handflächen im Sand direkt neben meiner Brust ab und stemmte mich in die Höhe. Nach einer weiteren Kraftanstrengung fand ich mich in einer hockenden Position auf meinen Knien, mein Körper durch die noch geschwächten Muskeln in alle Richtungen taumelned. Ich fand mich jenseits eines angeschwemmten Baumstammes. Eine leichte Brise wehte den Gestank zu mir hinüber, der meine Nase noch kurz vor meiner letzten Bewusstlosigkeit übelst beleidigt hatte. Der Aussätzige musste in der Nähe sein und wenn mich mein Orientierungssinn nicht vollkommen verlassen hatte, dann war er auf der anderen Seite des Stammes. Sehen konnte ich von meiner Position aus nichts, auch wenn ich mich versuchte etwas zu strecken. Den Mut aufbringen um mich über den verrottenden Baum zu erheben wollte und konnte ich nicht, nicht ohne eine Waffe, auch wenn es nur ein Stein wäre. Da erblickte ich einen armlangen Stock, der noch ausreichend stabil zu sein schien für meine Zwecke. Eine euphorische Stimmung stieg in mir empor. Eigentlich konnte ich mir nicht vorstellen, dass es mein Charakter war die Wut zu spüren wie ich sie in diesem Moment empfand. Die ganzen Anstrengungen und Schmerzen der letzten Tage schienen sich in meiner Faust zu manifestieren als ich nach dem Stock griff und mich mit der anderen Hand auf dem Baumstamm abstütze um meinen Kopf über dessen Niveau zu heben und der dahinter lauernden Kreatur Gleiches mit Gleichem zu vergelten.
Eauxfolles
18.02.2008, 02:08
Kaum überragte mein Augenpaar die morsche Rinde des von der Sonne bereits angetrockneten Stammes um ein paar Zentimeter, da setzte sich ein leichtes Grinsen in meinen Mundwinkeln fest. Es war nicht diese hemmungslose Freude, als wenn man beim Würfeln in der Kneipe ein paar Goldstücke gewonnen hat. Es war auch nicht dieses breite Lachen, welches man gewöhnlich als Reaktion auf einen guten Witz aufsetzte... oder dann, wenn der Witz zwar schlecht, aber die Erzählerin verdammt begehrenswert war. Es war eher dieses wissende, ja vielleicht rechthaberische Grinsen. Er war tatsächlich da wo ich ihn vermutete, wo mir mein Instinkt verraten hatte, dass er sein müsste. So schlimm konnte es also nicht um mich bestellt sein - ein beruhigendes Gefühl.
Mit einem Satz, ich staunte später selbst darüber woher ich die Kraft hergenommen hatte mich wie ein junges Reh über das hohe Hindernis zu katapultieren, landete ich mit beiden Füssen im Sand direkt hinter dem... Etwas. Ein fairer Kampf war das sicherlich nicht. Als fair würde ich es aber auch nicht gerade betrachten einen Gestrandeten hinterrücks niederzuschlagen und dennoch hatte es der Aussätzige vor Stunden für eine gute Idee gehalten. Einige der Eiterbeulen auf dem Hinterkopf platzten durch die Wucht des Aufschlags. Das dabei entstehende Geräusch und der brechende Ast erschwerten es mir festzustellen, woher der Ursprung dieses splitternden Geräusches seinen Ursprung nahm. Sicher war nur eines, sein Körper vermochte nicht mehr auszuhalten wie der meinige. Wie die leblosen Innereien eines frisch geschlachteten Schweines, welches mit einem scharfen Klinge längs des Bauches aufgeschlitzt worden ist, glitt das Häufchen Elend zu Boden.
Ich empfand auf eine komische Art und Weise Genugtuung und beschloss mir die Habseligkeiten der verachtenswerten Kreatur genau anzusehen.
Eauxfolles
29.02.2008, 00:06
Ich verschlang das mit Maden zersetzte Brot hastig und fast ohne zu kauen. Mein Magen machte die unmöglichsten Geräusche, als würde eine wild gewordene Herde Mammuts durch eine seichte Fuhrt jagen. Der erste Schluck aus der zwar recht verdreckten aber zumindest einladend nach Alkohol riechenden Flasche hätte mich fast erneut zu Boden gehen lassen. Wie eine minder hübsche Frau gewann aber auch dieses Gesöff mit der Zeit - Alkohol desinfiziert hatte mir einst ein Medizinmann gesagt. Nachdem meine elementarsten Bedürfnisse nach Nahrung gestillt waren, widmete ich mich wieder dem Hab und Gut des bedauerlichen Wesens. Der sich langsam rot färbende Sand auf Höhe seines Kopfes zeigte mir, dass er kein Interesse mehr an weltlichen Habseligkeiten haben dürfte. Ich fand ein paar Lumpen, die mich sicherlich nicht wie einen edlen Händler erscheinen lassen würden, aber zumindest die Wunden auf meinem Rücken verbergen dürften. Auch das Paar Sandalen nahm ich an mich, ebenso wie ein paar Münzen und ein aus Eisen geschmiedetes Messer. Die Klinge war recht primitiv und grob bearbeitet. Der Griff allerdings, welcher aus hartem Holz gearbeitet wurde, trug einige Zeichen eingraviert die ich nicht zu deuten vermochte.
Ich entschied mich den Sterbenden Mutter Natur zu überlassen und machte mich in Richtung eines kleinen Pfades, der in den Wald zu führen schien und den ich erst vor ein paar Momenten entdeckt hatte. Pfade führen in vielen Fällen irgendwo hin. Ich war fest entschlossen herauszufinden, ob das bei diesem Exemplar auch der Fall war.
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