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Ehleanora , Myratres & Anno
Ehleanora´s Geschichte
1
Mit dem Schmerz in der Brust und einem weinenden, sowohl auch einem
lachenden Auge hatte sie Atlantis verlassen.
Eine Stadt, die vor aber Hunderttausend Jahren auf der Erde entstanden war. Dort, wo der Adel regierte,und Armut regelrecht verboten wurde.
Und als sie aufwachte, wusste sie, dass sie sich keineswegs in Atlantis befand.
Dass sie nicht in ihrer Klanheimat war. Dort auf dem Gelände auf der schön grünen Wiese nicht die Tiere fütterte. Wo war sie?
Die Luft war trocken, heiß und heißer Staub blies ihr ins Gesicht...
"Mystische Macht auf dem Pfad zwischen Licht und Dunkelheit, wach auf!".
Der sandig harte Boden unter ihrem Leib war heiß
, und ein lautes Grollen, gar ein Knurren drang in ihre Ohren.
Sie ahnte, was sie sehen würde, würde sie ihre Augen öffnen.
Das kleine Herz in ihrer Brust fing zu rasen an.
Niemals hatte Ehleanora so etwas wie Furcht empfunden.
Niemals musste sie vor irgendwem oder irgendetwas Angst haben.
Sie war ein mutiger Prophet, eine stark ausgebildete Mystikerin, eine ehrgeizige Heilerin.
Nun war sie zum ersten Mal geflohen, hatte ihre Vergangenheit hinter sich gelassen,
und befand sich nun weit weg von ihren Lieben, die sie verlassen und verraten haben.
Weit weg von all dem Neid und der Aggression, die ihr widerfahren war...
...um hier von vorn anzufangen? Ein neues Leben zu beginnen?
Die rechte Hand des Fraktionskopfes, welcher sie angehörig war verlassend und mit größer werdendem Schmerz in der Brust bei dem Gedanken daran, öffnete die dunkelhaarige Hochelfe ihre eisblauen Augen.
Ein Kloß steckte ihr zur gleichen Zeit im Hals. Sie konnte nicht schreien, als sie diesen hühnenhaften,rot farbigen Dämon vor sich erblickte,welcher soeben sein riesiges Schwert erhob, sie mit dämonisch roten Augen im Visier hatte und mit einem wuchtigen Schlag auf sie einschlug.Schmerz durchfuhr ihren gesamten Körper.
Es war wie Feuer, welches in ihrer Brust wütete und sie am Atmen hinderte.
"Nein.", keuchte sie und rollte sich mühevoll zur Seite.
Ein Wutschrei grollte durch die Luft. Es war kein Donner, kein Gewitter.
Nein, erneut holte der Dämon aus und stieß seine Klinge hinab in ihr linkes Bein. Nun schrie die Heilerin - ein schrilles Echo prallte an den Felsen dieser Wüste ab und hallte durch die Morgendämmerung.
Seine spitze Klinge bohrte sich tiefer bei jedem Schritt des Dämons. Der Boden bebte und Ehleanora war bewegungslos vor Schmerz,Hilflosigkeit.
Blut rann ihr über das Unterbein.Der Schmerz vernebelte ihre Sinne und Tränen schossen ihr schlagartig über die Wangen. War es die Rache dafür, dass sie gegangen war?
Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlte sie sich wirklich hilflos.
Der Dämon grollte, zog plötzlich wuchtartig die Klinge aus ihrem Bein.
Warum wehrte sie sich nicht?
"Du bist eine starke Frau, Ehle...",durchdrang eine sanfte, bekannte Männerstimme das schmerzhafte Chaos in ihrem Kopf. Und ihr wurde bewusst, dass ihre Vergangenheit sie schwach gemacht hat. Sie hatte an Stärke verloren, vom Glauben an sich selbst abgelassen.
Und als der Dämon vor ihr grollend mit der erhobenen Klinge, welche mit ihrem Blut gekennzeichnet war, verweilte, wurde ihr bewusst, dass sie nur noch einen Versuch hatte.
Ein letzter Versuch zu fliehen, wegzulaufen, wie sie es bereits getan hatte.
Rücklings auf allen Vieren versuchte sie sich schluchzend von diesem hühnenhaften Monster zu entfernen. Natürlich musste ihr dabei bewusst werden, dass das Geschöpf sich dadurch nur noch mehr bedroht fühlte und ihr stampfend den Boden erbeben lassend folgte.
Gleich würde es ein für alle Male vorbei sein.
Nie wieder würde sie Schmerz, Trauer und Verrat erfahren müssen.
Somit schloss sie nun auf der Stelle verweilend die Augen, schluchzend und wimmernd nahm sie Abschied von ihrem Leben, von der Welt.
Doch das einzige, was sie darauffolgend nur noch fühlen konnte war ein Lufthauch, der kühl, aber beschützend auf sie wirkte. Ein weiterer Schrei ertönte in ihrer Umgebung.
Geräusche von aneinander schlagenden Schwertern hallten durch die Luft.
Ihre von Tränen getränkten Augen erkannten die Silhouette eines Mannes in schwerer Rüstung. Riesige Schwerter in seinen Händen durchbohrten den Dämon, als wäre das Töten die Berufung des Kriegers.
"So schön...", kam es ihr über die Lippen, als der riesige Dämon vor dem Krieger auf die Knie ging und zeitgleich dieser sein Gesicht zu ihr wandte. Ein unbekanntes Wesen, nicht wie sie eines war. Anders Von atemberaubend, maskuliner Schönheit, wohlgebräunte Haut und einem anmutigem Blick, wie sie es noch nie zuvor gesehen hat.
Und noch ehe der helfende Krieger ihre Nähe erreichte, verlor Ehleanora die Besinnung.
Ein weiteres dämonisches Grollen in ihrer Umgebung nahm sie wahr. Danach wurde alles schwarz und unheimlich still...
Es fühlte sich an, als würde keine Sekunde schlagen. Die Zeit steht, wie in einem Traum. Sie spürte weder Boden, noch Halt. Schwebend in der Dunkelheit bemerkte sie, wie ihr die Sinne Streiche spielten. Sie erinnerte sich weder daran, wo sie war, noch wann sie war. Ihr Herz merkbar pochend schlug immer schneller. Ihr Atem stockte. Ein leiser Hauch von Tod verstummte im Nichts. Langsam ordneten sich ihre Sinne zur Klarheit. Sie öffneten ihre Augen und fand sich in einem schwach beleuchteten Raum wieder.
"Ich starre die kahlen Wände an.
Kahl, dennoch freundlich strahlend.
Es riecht nach Reinheit,
nach Frieden. Aber nichts desto trotz fehlt die Wärme,
es fehlt Farbe.
Dieser Raum macht mich einsam, abgesehen davon, dass ich nicht weiß,
wo ich bin.
Die Einzige Erinnerung, die ich habe, sind die Augen - so eisblau, strahlend
und voller Anmut, die mich vor dem Tod retteten.
Es schmerzt.
Wie ein rostiger Nagel bohrt sich dieser durch mein schlagendes Herz, lässt
Muskeln und Adern platzen, mich förmlich innerlich verbluten.
Wenn es doch nur so wäre.
Von all dem hier würde ich dann nichts mehr mitbekommen.
Ich schließe die Augen, beunruhigt von dem Gedanken, dass ich
allein bin und auch weiterhin sein würde, schlafe ich ein."
Die Geschichte des unbekannten Helden
1
Sie spürte nicht, dass sie nicht allein im Raum war, dass eine weitere Person im Raum stand. Neben der Tür stand im Schatten eine Person, welche die schlafende Ehleanora anblickte. Die Arme über dem muskulösen Oberkörper verschränkt, leuchtende Schwerter neben ihm an der Wand, welche von Magie erfüllt scheinen, mit einer scheinbar ignoranten Mimik im Gesicht stand er da. Nach kurzer Zeit nahm er seine Schwerter und verließ den Raum, um noch einmal über das Geschehene nachzudenken.
Woran er sich erinnerte war, dass er in einer Höhle schlief, beide Schwerter in der Hand, bereit sich zu verteidigen, sollte ein Feind ihn überraschend. Am Horizont von Albion fingen die Sonnen langsam an den weiten Kontinent zu erwärmen. Die Lichtstrahlen der aufgehenden Sonnen ließen ihn erwachen. Langsam öffnete er seine Augen,stemmte sich auf die Beine, stellte sich in Richtung des Sonnenaufgangs und betrachtete das Land, das er vor Jahren begann zu lieben. Seine castanischen Hörner glänzten sanft im Sonnenschein. Seine diamantblauen Augen, noch müde vom Schlaf, gewöhnten sich langsam an das Licht. Seine muskulöse Brust atmete die Morgenluft ein und stieß sie wieder aus. Der stählerne Bauch meldete ihm nur eins - Hunger. Er zog seine Rüstung an und spannte sich seine Waffen auf den Rücken, bereit zur Jagd für sein Frühstück verließ er die Höhle in Richtung Osten. Über die weiten Felder blies der Wind und er erblickte nicht unweit von ihm entfernt eine Rehherde. Ihm lief das Wasser schon im Mund zusammen, als er seine Schwerter zog und sich geduckt an seine Opfer heranpirschte. Mit hohem Bedacht, wo seine Schritte aufkommen, näherte er sich dem Wild. Als er nah genug herangetreten ist, betrachtete er die Herde, nur um auf den richtigen Zeitpunkt zu warten. Sein Atem verlangsamte sich, während seine Sinne immer schärfer wurden. Und mit einem Satz sprang er in die Luft, die Schwerter nach unten auf sein Ziel gerichtet, als die scharfen Klingen die Haut des Reh´s durchbohrten und ihm ein schnelles Ende bereitete. Den Rest der Herde, aufgescheucht und erschrocken, verschwand im Wald.
Nachdem er sich eine Feuerstelle gebaut hat, wärmte er sich sein Fleisch und stillte seinen Hunger.
Die Sonne stand noch in der Früh als er seinen Weg in Richtung Velika fortsetzte.
Als er die Berge erreicht hatte, hörte er ein komisches Geschmatze nur ein paar Schritte weg von ihm hinter einem Felsen. Mit beiden Händen packte er seine Schwerter, bereit sich zu verteidigen zu wissen, sollte er angegriffen werden. Langsam schlich er sich weiter voran. Als er sah, was das Brummen verursachte, ging er in Deckung. Eine wilde Hyäne die genüsslich ihr frisch gefangenes Fleisch zu sich nahm. Plötzlich sah sie auf und roch in seine Richtung. Zähnefletschend stellte sie ihre Haare auf und sprang los los um ihn an zugreifen. Er zuckte seine Schwerter und blockte mit gezielten Hieben die Angriffe der Hyäne. Diese sprang um ihn herum um abermals anzugreifen. Mit einem mächtigen schlag, schnitt sich das Schwert aus seiner rechten Hand zwischen die Augen der Hyäne und spaltete deren Kopf in Zwei. Ein grauenhafter Schrei zeigte, dass die Hyäne ihren letzten Atemzug machte, als sie tot zu Boden sank. Seine Schwerte gleiten wieder zurück in die Schläfe, welche er auf seinen Rücken befestigt hatte. So setzte er seinen Weg fort.
Er war noch ungefähr 2 Stunden von einem Vorposten der velikanischen Streitmacht entfernt.
"Monate lang bin ich gewandert, nachdem ich eine Vision in meinen Träumen verspüren konnte. Sie zeigte mir Velika und dass dort mein Schicksal beginnt. Ich hatte Velika in meinem Leben nur einmal gesehen. Ein prächtige Stadt. Gebaut von den Hochelfen. Das Zentrum allen Handels und aller Gilden. Im Volksmund sagt man >Velika erleben und sterben<. Nur frage ich mich, was mich dort erwarten soll. In meiner Vision war auch eine Elfin. Von Anmut und Grazie. Aber auch ein dunkler Schatten zog über den Himmel. Wenn ich so nachdenke fällt mir ein, dass mein Volk eher ein arrogantes Verhalten gegenüber anderen Rassen bislang geführt hat. Ich frage mich auch immer noch, was mich dazu führt mein Schicksal zu erleben, wenn ich einfach auch zu Hause hätte bleiben können. Die Zeit wird kommen, an dem ich Antwort erhalte."
Seine Gedanken brachen abrupt ab, als ein riesiger Fels ihn stoppte. Das Gestein fing an sich zu bewegen und raffte sich auf. Als es sich ausgestreckt hatte sah man, dass es kein Fels war, sondern ein Baraka. Ein mächtiges Wesen dessen Haut so hart wie Stein und Seele so friedlich wie ein fließender Bach war. Er führte eine riesige Lanze mit sich, die ihn doppelt so groß machte, wie er eigentlich war.
"Mein Name ist Moran. Wo hin des Weges, mein Freund?", sprach der Baraka.
" Moran seid ihr?", antwortete der Castanic, "Mein Name ist Anno. Ich bin auf dem Weg nach Velika. Und Ihr?"
Moran musterte Anno von unten bis oben und sagte: "Nach Velika, so so. Die Stadt der Hochelfen, Angelpunkt der Handel und Händler, dort wo das Schicksal einem den Weg weist. Nun, Anno, ich bin auf dem Weg, mein Schicksal zu erfüllen. In Velika bekam ich den Auftrag einen furchtbaren Dämon nieder zu strecken, um diese Berge für Händler wieder sicherer zu machen. Ich könnte Hilfe gebrauchen und Ihr seht aus, als ob Ihr eure Schwerter mit Stärke und Genauigkeit führen könntet. Natürlich bekommt Ihr von mir ein paar Gold für Eure Unterstützung. Wäret Ihr interessiert, mein Freund"
Anno zögerte kurz, könnte aber Gold gut gebrauchen. "Gern, Moran. Wo soll dieser Dämon sein?"
Moran antwortete mit freudigem Blick: "Hinter diesen Bergen im Norden. Ungefähr 8 Stunden zu Fuß von hier aus. Vielleicht auch schneller, wenn wir uns beeilen, mein Freund."
Und so setzten beide Schritt für Schritt ihren Weg fort.
Ehleanora´s Geschichte
2
Das Grollen des Donners ertönte außerhalb der Wände, Blitze zuckten durch die Luft und ließen Ehleanora erschrocken zusammenfahren.
Regen prasselte frontal gegen die Fensterscheiben, während sich der Schatten einzelner Baum äste spielend dahinter bewegte. Ihr Herz schlug erneut wild...,und ihre Hände waren kalt geworden.
"Ehle...", hörte sie eine Flüsterstimme in ihrem Kopf. Und nachdem sie verängstigt den Blick vom Fenster abgewendet hatte, sah sie erneut in diese Richtung. Verwirrt erblickte sie dort einen Schatten hinter den von Regen beschlagenen Fensterscheiben. Ihr Verstand musste mit ihr durchgehen. Das Wirrwarr ihrer Gedanken spielte ihr vermutlich einen Streich. Dennoch...war dort jemand. Jemand, der ihren Namen flüsterte. Er rief sie nicht, machte sich dennoch aufmerksam,
sodass die Elfe sich langsam aufrichtete.
Schmerz durchfuhr ihren gesamten Körper, hinderte sie aber dennoch nicht daran, einen Weg aus dem Bett zu finden. Wie ferngesteuert bewegte sie ihren nackten Leib zum verschlossenen Fenster.
Dort, wo der Schatten noch immer war.
"Ehle...".
Diese Worte nahmen nun eine stimmliche Gestalt in ihrem Kopf an. Sie kannte diese Stimme. Sie war so vertraut. Es erinnerte sie an...Liebe,sodass ihr schlagartig die Tränen in die Augen stiegen, sie mit allen Kräften, die sie besaß, dazu brachte am Hebel des Fensters zu ziehen, um es aufzureißen.
"Bist du das?", rief sie unter Tränen.
Doch als einzige Antwort kam ihr ein Windstoß, angetrieben vom Regen und dem Groll des Gewitters, entgegen.
Feuchte Haarsträhnen klebten ihr im Gesicht, während sie durch die Dunkelheit versuchte die Gestalt zu erkennen, die sich blitzartig von ihr entfernt hatte.
Myratres´ Geschichte
Prolog
Es war Frühling.
Die Stadt der Räder begann sich von ihrer schönsten Seite zu zeigen.
Nach und nach wurde alles grüner, friedlicher, ja schon irgendwie schien es die Jahreszeit geschafft zu haben eine unendliche Harmonie zwischen den Bewohnern der Stadt geschaffen zu haben. Bäume wurden grüner, Gärten bunter und Vögel begannen damit ihr alljährliches Konzert anzustimmen. Durch die Stadt schwebte der angenehme Duft von Blumen, die wärmenden Strahlen der aboreanischen Sonne strahlten auf die durch den Winter mit Kälte durchdrungenen Hauswände und Gelächter war von allen Ecken her zu vernehmen. Die Stadt war wie immer gefüllt mit allem Möglichen was Aborea zu bieten hatte. Amani , Castanic, Hochelfen, Baraka, Elin, Popori und natürlich Menschen selbst waren in der Stadt um ihren üblichen Handel am Platz der Freiheit zu treiben, die Hochmeister ihrer Gesinnung aufzusuchen um nach Training zu flehen oder einfach nur um ihre Bekanntschaften intakt zu halten.
Velika war Dreh- und Angelpunkt der gesamten Gesellschaft. Einzig ein Ort war weniger belebt als die anderen.
Der Garten des arkanen Kollegiums war still wie eh und je. Nur spezielle Leute kamen hier her um entweder zu entspannen, mit Freunden dem Trubel der Stadt zu entfliehen um in Ruhe Informationen auszutauschen oder um ausnahmsweise wirklich das zu tun wofür er gedacht war, um in sich zu gehen und die Gedanken Kreisen zu lassen. Kleine Gruppen tummelten sich rund um den großen Springbrunnen und gingen ihren Taten nach, ungeachtet davon, dass sie die ganze Zeit von einem Priester beobachtet wurden der auf einer der Bänke saß und sich die Sonne ins Gesicht schienen lies.
1
Ich saß auf einer der Bänke gegenüber des großen Springbrunnens und beobachtete alles um mich herum. Ich beobachtete die Sonne, wie sie langsam Richtung Horizont reiste, die Vögel die um mich herum zu den Dächern der Häuser flogen, ich beobachtete meine weiße Robe, die sich den sanften Bewegungen des Windes anpasste und natürlich die verschiedenen Personen die sich ebenfalls hier eingefunden hatten. Meine kleine Angewohnheit war es, durch das Beobachten der Personen ihre Eigenschaften zu erraten und durch ihre Taten zu ergründen wer sie waren. Natürlich fallen einen erst die normalen klassenspezifischen Eigenschaften auf. Armani waren meist zu stolz um überhaupt eine Regung zu zeigen. Sie wollten meist nur ihre Ehre irgendwie beweisen und zeigen wie stark sie doch waren. Sowie Baraka, aus denen man auch nicht viel raus lesen konnte, naja wohl primär deswegen, weil man aus einem Steingesicht wenig Emotionen sehen konnte. Die anderen Völker fand ich da schon interessanter. Man konnte bei allen anderen sofort sehen, wie ihre Beziehung zueinander aussah, was sie wahrscheinlich getan hatten oder tun wollten oder man sah sogar an ihrem Verhalten welche Position sie in ihrer Gilde oder sogar in der Politik belegten. Bei allen sah man aber eine Gemeinsamkeit zu dieser Zeit. Alle sahen irgendwie zufriedener aus und glücklich mit der Welt.
„Der Leiter der Valkyrion Föderation würde mir den Kopf abschlagen, wenn ich ihn damit aufziehen würde, dass eine Jahreszeit immer wieder mehr Einheit und Frieden schafft als es ihm in seiner ganzen Laufbahn gelungen ist“, dachte ich und grinste dabei hämisch. Letzten Endes habe ich mich aber dazu entschlossen es nicht zu machen, weil ich glaube, dass das ziemlich schlecht für mich hätte enden können.
Ich erhob mich von meinem Stammplatz gegenüber des großen Springbrunnens und verschwand gedankenverloren in eine der Seitenstraßen von Velika. Die Straßen von Velika waren prachtvoll wie die gesamte Stadt. Egal wo man hinsah sah man lange Häuserreihen dicht aneinander sodass kein Platz verschwendet worden wäre. Neben der gepflasterten Straße waren ab und zu Grünstellen gepflanzt worden um einen gemütlicheren Eindruck zu schaffen. Die Häuser waren oft mit integrierten Säulen und Dekorationen versehen. Schwungvolle Meißel arbeiten zogen sich meist durch ganze Häuserreihen hindurch. Die großen und aus dunkelbraunem Holz gefertigten Türen wurden von großen massiven Torbögen gehalten die einen sehr robusten Eindruck machten und durch die rotbraunen Dächer, die von der Sonne sanft erhellt und erwärmt wurden wurde diese Idylle nochmals gestärkt.
„Priester! Priester!? Ich?! Warum hat Yurian gerade mich auserwählt?!“ schoss es mir plötzlich durch den Kopf, als ich langsamen Schrittes durch Velika ging. „Ich hätte einen so guten Lanzer abgegeben oder liebend gerne meine beiden Klingen in den Körper von einem dieser verfluchten Argon gesteckt, aber was gibt mir das Schicksal stattdessen? Einen Stab und eine Rüstung die mich vor fast nichts schützt! Schönen dank auch. Naja vermutlich ist es auch besser so. Die Anderen würden ohne mich ja keine 10 Minuten überleben.“
Gedankenverloren ging ich immer weiter durch die Stadt. Straße um Straße gingen vorüber, Händler und Geschäftsmänner die ihre Geschäfte tätigten, zwischendurch ein bekanntes Gesicht. Die Sonne war schon untergegangen und die Laternen am Straßenrand wurden entfacht als ich am Platz der Freiheit ankam und jemand meinen Namen rufen hörte.
Ein großer braunhaariger Berserker kam vom Auktionshaus direkt auf mich zu. Er trug eine rotbraune Plattenrüstung, die von Verzierungen am Brustharnisch veredelt wurde und eine riesige, schwarze Doppelstreitaxt auf dem Rücken, bei der man zu zweifeln begann ob man ihr Gewicht überhaupt halten könnte. Es war ein Berserker meiner Gilde.
„Was streifst du wieder herrenlos durch die Stadt? Hast du wirklich nichts Besseres zu tun?“ fragte er mich mit einem wissenden lächeln.
„Naja du kennst mich… manchmal brauche ich eben meine Auszeit von dem ganzen Trubel und ein wenig Zeit für mich. Außerdem ist das ein guter Weg um neue Gesichter kennenzulernen“, antwortete ich mit einem Zwinkern. „Folg mir ich kenne da eine neue Taverne hier in der Stadt. Du siehst aus als könntest du mal wieder einen ordentlichen Schluck verkraften, mein Freund.“
Ich war nie der typische Tavernengänger gewesen und dafür gibt es zu viele Gründe um sie aufzuzählen, aber wo er Recht hatte, hatte er Recht. Als wir ankamen, schallten uns schon Lautstarke Gesänge entgegen und Geräusche des üblichen Chaos, das in einer üblichen Taverne nun mal
herrschte. „Ich hab´s mir anders überlegt lass uns lieber woanders hingehen. Das Erlebnis vom letzten Mal will ich nicht wirklich wiederholt erleben müssen… Du weißt was ich meine!“ Sagte ich, während ich versuchte die Erinnerungen zu verdrängen. „Hab dich nicht so! Okay… Dieses Duett zwischen dem Armani und dem Elin hätte echt nicht sein müssen und erst recht die anschließende Schlägerei der beiden war unnötig, nur weil der Elin einmal den Einsatz des Armanis geklaut hatte, aber wenigstens ein Krug wird drin sein!“ Widerwillig und voller Angst, dass er vielleicht seine Axt benutzen könnte mich da rein zu bekommen betrat ich die Taverne und der übliche Eindruck zeigte sich wieder. Die Tische aus schwarzen Ebenholz waren voll mit Bierkrügen der betrunkenen Besitzer die Lautstark Lieder von berühmten Barden grölten, Krüge flogen durch den Raum und die Bedienung rannte schon fast zwischen den Tischen hindurch, weil sie anscheinend die gesamten Gäste zugleich bedienen musste. Die Taverne war überraschend groß und geschmackvoll eingerichtet gewesen. Vor der eigentlichen Theke waren Hocker aufgestellt, die wie üblich von meist schlafenden Gästen, die durch den übermäßigen Alkohol auf der Theke eingeschlafen waren, belegt, die Tische standen meist in eigenen Einbuchtungen in der Außenverkleidung, die meist von einer halbrunden gepolsterten Bank umrundet war oder aufgereiht im Innenraum. Durch die Kerzen und den Qualm der Pfeifen erhielt alles einen etwas mysteriösen Schein.
„Ob Schlachtfeld oder Wildnis, für die wahre Kraft gibt es nur ein Behältnis. Nicht aus Fleisch und Blut sondern aus braunen Ton der kalte Krug! Oh Bier du Gottesnektar, befreist uns alle von Leid und Schuld! Bist unser einzig wahre Liebe, so entfessel unser aller Triebe!“ Fing ein stämmiger Mensch an zu singen und alle anderen stimmten lautstark mit ein. Klagend schaute ich meinen Begleiter an, der aber mich nur angrinste und mich zu einem freien Tisch schob.
Als ich das erste Bier hinter mich gebracht hatte war es wenigstens ansatzweise in der Taverne auszuhalten gewesen… Ich fragte den Berserker was an der Front neues passiert sei und wir unterhielten uns über die vergangenen und vielleicht bald zukünftigen Entwicklungen die die Gilde durchleben könnte. Als ich aufsah um die Bedienung nach einem neuen Bier zu beten wanderte mein Blick noch einmal durch die Taverne. Als mein Blick zur Tür schwankte erstarrte ich urplötzlich in meiner Bewegung und schüttelte den Kopf um wieder klare Gedanken zu bekommen. Meinem Begleiter schien es gar nicht zu stören, dass ich schon längst nicht mehr aufpasste, weil er dennoch immer weiter redete. Mein Blick war auf die Person fixiert die dort eingetreten zu sein schien, was mein Kopf aber immer noch als Illusion abtun wollte. „Ich habe doch nur ein einziges Bier getrunken?! Ich kann doch noch keine Halluzinationen bekommen, oder doch?! Aber wenn das keine Illusion ist, dann bedeutet das… Nein! Das kann nicht sein. Das ist unmöglich…“
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Als ich sein Gesicht sah, überschwemmten alte Erinnerungen mein Gedächtnis. Schlachtfelder, gigantische Wesen scheiterten, wir standen zusammen siegreich auf dem Feld, goldene Rüstungen. Es war Marv, mein alter Kampfgefährte der dort durch die Tür gekommen war. Einst waren Marv und ich ein unschlagbares Team. Es gab kein Schlachtfeld, das wir nicht gewinnen konnten, keine Gegner die wir nicht töten konnten und keine Burgen die wir nicht einnehmen konnten. Er war ein Paladin und ich seine heilende Hand. Wir ergänzten uns makellos. Aber dann kam der Tag, als die Insel der Dämmerung auftauchte. Der Orden der Paladine von Arborea, ein Orden der mehr im Untergrund fungierte und keiner sagen konnte wann, oder wie er gegründet worden war, wurde damit beauftragt mit in der ersten Expeditionsgruppe auf diese Insel zu reisen und sie auf magische Aktivitäten zu überprüfen, aber als wir ankamen wurden wir alle vernichtet. Bisher dachte ich, dass ich der einzige gewesen bin der es geschafft hatte von der Insel zu fliehen. Ich stand auf und ging mit großen Schritten immer schneller werdend auf ihn zu, packte ihn und bevor er wusste wie ihm geschah standen wir vor der Taverne und starrten uns an. Sein Blick war nicht minder überrascht.
„Warum?!“, schrie ich ihn an. „2 Jahre sind seither vergangen und jetzt tauchst du wieder auf?!“ „Beruhige dich! Ich wusste selbst bis vor kurzem nicht, dass jemand außer mir überlebt hat! Die Horden haben den gesamten Orden zerstört. Als ich mich umsah sah ich nur meine toten Ordensbrüder überall verstreut und die Horden immer näher kommend. Ich musste fliehen!“ antwortete er verzweifelt. „Du meinst also, dass der gesamte Orden zerstört wurde?“ „Jeder einzelne wurde abgeschlachtet. Ich konnte entkommen indem ich mich unter einem Haufen Leichen begraben hab. Das ist nicht so schön wie es sich anhört… Glaub mir.“
Erst jetzt bemerkte ich, dass Marv sich verändert hatte. Er trug keine gold- und weiß verzierte Rüstung mehr und auch sein Schild und sein Schwert hatte er abgelegt. Er war zwar immer noch größer als ich und war muskulöser, trug aber eine schwarz rote Plattenrüstung und seine Waffe war… eine große Axt?! „Wie bist du denn jetzt zum Berserker geworden?!“ fragte ich verdutzt, während ich ihn immer noch musterte. „Naja mit der Zerstörung des Ordens wurde mir auch meine Magie genommen. Irgendwie musste ich doch weiter die Chance haben die Schädel meiner Feinde zu spalten, oder? Aber wie ich sehe hast du dich kaum verändert. Hast nur deine schwere Rüstung gegen ein Kleid ausgetauscht, hm? Du, ein Diener eines Gottes?! Das ist echt zu schön um wahr zu sein!“ „Ach sei still“, murmelte ich. „Erstens ist das kein Kleid sondern eine Robe, die mir die Macht verleiht dich in tausend Stücke zu zerreißen wenn ich nur wollte, zweitens ist die Sache mit Yurian gar nicht so schlecht! Ich kann wenigstens meiner alten Arbeit nachgehen und drittens bist du sicher nicht hergekommen nur um mir zu sagen, dass du noch lebst.“ Seine Miene wurde wieder ernster und er schaute sich heimlich um. „Mit dem letzten hast du recht. Lass uns lieber an einen Ort gehen an dem wir ungestörter sind.“ Er drehte sich um und ging wieder Richtung der Taverne. Ich dachte kurz darüber nach was er gesagt hatte, schaute ihm dann wütend hinterher, aber entschied mich schlussendlich doch ihm zu folgen. Als ich die Taverne wieder betrat war es schon leerer geworden. Mehr Personen schliefen auf, oder scheinbar unter ihren Tischen und waren ruhiger. Als ich zu meinem alten Tisch sah, saß dort immer noch der Berserker aus meiner Gilde und schien Selbstgespräche zu führen.
Als ich bemerkte, dass er anscheinend noch immer dachte sich mit mir zu unterhalten und scheinbar noch an dem einem Thema dran war, dass er angeführt hatte als ich noch bei ihm saß, fühlte ich wie mir die Schamröte in das Gesicht lief. Nicht wegen mir, sondern vielmehr für ihn.
„Also eine sehr helle leuchte scheint er nicht zu sein, aber eins muss man ihm lassen. Er lässt sich sehr leicht beschäftigen.“, dachte ich während ich versuchte an ihm vorbei zu laufen ohne von ihm bemerkt zu werden. Marv hatte sich in eine der abgelegensten Ecken der Taverne zurückgezogen und wartete auf mich. Ich ging noch kurz zum Schankwirt und bestellte 2 Krüge Met, bis ich mich dann schlussendlich zu ihm setzte. „Naja es war nicht einfach dich zu finden, Myra“, fing er an. Wir beide stießen mit unseren Krügen an und nahmen zeitgleich einen kräftigen Schluck. „Ich streifte die letzten 2 Jahre durchs Land, auf der Suche nach irgendeinem Hinweis von einem überlebenden des Ordens oder sogar von dir. Ich fasste den Entschluss mich wieder dem Kampf zu verschreiben und begab mich in die Ausbildung zum Berserker. Ich sag dir eins, es gibt nichts Schöneres als deine Gegner mit einer riesigen Axt in kleine Teile zu…“ „ Marv ich hab´s verstanden, alles klar…“ fuhr ich ihm angewidert ins Wort und stoppte ihn damit, weil ich wusste wie detailreich er erzählen konnte.
„Ist ja gut. Okay weiter im Text, ähm ja. Nach meiner Ausbildung bin ich wieder durch die Welt gereist und habe so einiges an Geschichten gehört. Von Schätzen, Schlachtfelder und dem ganzen Programm Myra! Wie in guten alten Zeiten! Als ich in Pora Elinu eintraf und mich dort einige Zeit umsah, habe ich Gerüchte von einem Hohepriester gehört, der durch sein Talent der jüngste Hohepriester von Velikas Geschichte geworden worden sei, sagten die Leute. Er sei wohl wie aus dem nichts aufgetaucht und hätte alle seine Mitbewerber ausgestochen.“ Marv schaute mich über den Rand seines Metkruges verstohlen an uns grinste „ Ich wusste sofort, dass du das gewesen sein musstest und machte mich auf den Weg hierher. Soll ich dich jetzt eigentlich jedes Mal „eure Heiligkeit“ nennen?“ fragte er mit einem hämischen grinsen. „Wenn du das tust…!“ Ich funkelte ihn verärgert an.
Er fing an zu lachen. „Lass uns zurück zur Insel der Dämmerung und Rache üben! Lass uns die Tore zur Hölle aufstoßen und sie alle auf einmal dorthin verbannen!“ Als Marv das sagte konnte ich das alte vertraute Funkeln in seinen Augen sehen, dass mir wie immer klar machte, dass er es wirklich ernst meinte. „Naja, ich könnte schon mal etwas Abwechslung ertragen“, erwiderte ich, „Aber du meinst wirklich, dass wir beide im Alleingang überhaupt eine Chance hätten dort einzufallen und die Insel zu befreien?“ Marv nickte hektisch, stand auf und schlug mit der Faust auf den Tisch. „Natürlich! Ich mit meinen neuen Erfahrungen und du mit deinem Hohepriesterzeug. Wir schaffen das sicherlich!!!“. Ich schüttelte ruhig den Kopf. „Das wäre Selbstmord. Alleine haben wir keine Chance.“ Marv sank enttäuscht wieder in seinen Sitz zurück und trank den Rest Met aus der sich noch in seinem Krug befand. „Unmöglich ist es dennoch nicht“, sagte ich nach einer kurzen Denkpause. Marv zuckte schlagartig zusammen und erhob den Kopf wieder. Seine Augen funkelten mich wieder erwartungsvoll an. „Ich weiß auch schon wie, nur vorher müssen wir noch ein paar Sachen erledigen!“
„Und wie?!“ fragte er hektisch. „Alles zu seiner Zeit. Erst mal müssen wir schlafen. Im Morgengrauen geht es los!“ antwortete ich und war im Begriff mich zu erheben. „Im Morgengrauen?! Bist du Wahnsinnig?!“ erwiderte Marv empört. „Okay, sagen wir gegen Mittag?“ „Na das klingt schon eher nach dir“, sagte er erleichtert. „Okay gegen Mittag geht es los! Jetzt brauch ich aber meinen Schlaf…“ Ich trank in großen Schlücken meinen Met aus, wir beide erhoben uns, nahmen uns jeweils in der Taverne ein Zimmer und schliefen ein.
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