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09.02.2005, 21:49
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#1
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Legendärer Kampfmagier
Registriert seit: 09.04.2004
Beiträge: 3.178
Lemnea Ne'eria
Elfe
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Alleine
Eine kleine Geschichte, die schon vor einiger Zeit durch den Ausfall der wöchentlichen Clangruppen-session entstand. Meine erste Geschichte dieser Art...aber lest selbst ^_^
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Es schien eine sternenlose Nacht zu werden und der kühle Abendwind liess mich meinen Umhang noch enger an den Körper ziehen. Ich schauderte und wog mein Schwert prüfend in der Hand - die Lederriemen, die den Griff meines Schwertes umspannten fühlten sich rau an, dennoch beruhigte ihre Wärme. Mit den Fingern fuhr ich wie in Trance den Verziehrungen des Griffes nach, erinnerten mich doch ihre Muster an meine Heimat, der ich schon so lange fern geblieben war.
Im fahlen Licht der Dämmerung blitze die Klinge auf, als ich sie wertend drehte und nach Scharten suchte. Meine Augen spiegelten sich kurz auf dem blanken Stahl - nur eine Bruchteil einer Sekunde, aber es reichte um die Müdigkeit in ihnen zu erkennen. Ihre einstige Farbe, die dem klaren Wasser Eva's glich, war einem fahlen Grau gewichen. Die Ursachen waren mir wohl bekannt. Schon seit Wochen hatte ich nichts mehr von dem einstigen Bund gehört, deren Mitglieder mich mit ihrer Anwesenheit stets auch in der dunkelsten Stunde aufmunterten und war auf der Suche nach ihnen rastlos durch die Wälder gestreift. Ohne sie war die Nacht noch schwärzer und die Bürde der Reise noch schwerer. Der Gedanke an sie liess mich lächeln und im gleichen moment voller Arg und auch Hoffnung umblicken. Es war gefährlich geworden, alleine durch die Lande zu ziehen und so beschleunigte ich meinen Schritt.
Das Raunen der Wälder grollte drohend hinter mir, während sich eine dunkle Wolke vor den fahlen Mond schob. Die zaghaften Regentropfen verwandelten sich alsbald in einen Strömenden Regen, dessen Prasseln es auch für eine Elfe fast unmöglich machten, bedrohliche Geräusche aus der Dunkelheit herauszufiltern. In schmerzlicher Erinnerung dachte ich an meinen menschlichen Gefährten Anoniju aus dem Stamme der Curunir firn-i-guinar, der sich stets bemühte, auch noch so gräuliches Wetter mit seinem Feuerzauber zu erwärmen. Er hatte eine Schwäche für Zauberstäbe und nutze jede Gelegenheit, mit seinen neusten Schätzen vor anderen Magiern anzugeben, dennoch verbarg sich unter seiner Angeberei ein warmes und starkes Herz. So manchen Tag hatten wir am Feuer verbracht und uns an alten Geschichten erfreut und waren zusammen zu neuen Abenteuern und Schlachten ausgezogen. Obwohl die Verbindung zwischen einem Menschen und einer Elfe nicht als gutgeheißen wurde, war doch er derjenige, dem ich mein Herz geschenkt hatte.
Ich wischte mir die Regentropfen aus dem Gesicht - oder waren es Tränen? Ich wollte mir diese Schwäche nicht eingestehen und schlug mit der Faust gegen einen Baum. Erschreckt zog ich die Hand zurück - seine Rinde war kalt, leblos, ohne Wärme. Mir lief ein kalter Schauer über den Rücken und mir wurde wieder bewusst, wie weit ich von dem Land der Elfen entfernt war. Hier waren die Wälder kalt und hielten mehr Gefahr für einen Reisenden bereit als sie Schutz boten. Magnata hätte mich bestimmt gescholten, wenn sie sehen würde, wie ich mich in diesen Wäldern herumtrieb.
Meiner Elfenschwester war der Wind wohlgesonnen und auf der Jadg verschmolz sie mit ihren Bogen und wurde selbst zu einem tödlichen Pfeil. Nicht selten hatte mich ihr gezielter Schuss vor Schlimmeren bewahrt und in dieser feindlichen Umgebung sehnte ich mich nach ihren scharfen Augen und ihrem gespannten Bogen. Ihren vorwurfsvollen Blick in Gedanken raffte ich mich auf und begab mich wieder auf den Weg, der mich hoffentlich aus diesem Wald herausführen würde. Schon seit Tagen hatte ich die Orientierung verloren und war mir nicht nicht mehr bewusst ob ich den richtigen Weg eingeschlagen hatte.
Die kleine Famella aus dem Volke Nogothrim, stete Begleiterin Magnatas hätte mit ihrem zwergischen Instinkt mit Sicherheit den Weg gefunden. Trittsicher war sie oft vorgelaufen um die Lage und den sichersten Weg zu erkunden. Ihr helles Lachen und ihre Späße machten sie oft zum Mittelpunkt einer fröhlichen Runde und dank ihrem schelmenhafte Charme konnte man ihr nie Böse sein, auch wenn sie einem mal wieder die Börse abgenommen hatte um die glänzenden Münzen zu betrachten... wie gerne würde ich sie jetzt um Rat und Aufmunterung bitten...
Der durchnässe Umhang wog schwer auf meinen Schultern und bot schon lange keinen Schutz vor der Kälte mehr. So seltsam die Menschen auch auf die Elfen wirkten, dennoch verbund mich mit einigen eine tiefe Freundschaft und ich musste lachen als ich meinen selbsüchtigen Wunsch nach einem wärmenden Feuerzauber verspürte. Die menschlichen Magier, die Istar des Bundes, Astin und Gowan waren nie darum verlegen, ihr Können zu demonstrieren. Sei es im Kampf ihre tödliche Feuerkraft gegen Unheilbringer einzusetzen oder um eine fröstelnde Elfe zu wärmen. Gowan war, obgleich auch er aufbrausend werden konnte sollte einem Mitglied unseres Bundes Ungerechtigkeit wiederfahren, ein schweigsamer Mensch und so garnicht wie viele anderen Menschen, die ständig laut und unangenehm auffielen, weswegen er ein angenehmer Weggefährte geworden war.
Ich lächelte innerlich über die kindliche Unschuld, mit denen die Menschen die Magie einsetzten. So gefährlich dies auch war, Menschen wie Anoniju, Gowan und Astin bestimmten mich in der Überzeugung, dass auch als dieser Rasse einmal etwas brauchbares werden konnte. Die uralte Arroganz der Elfen steckte auch mir tief in den Knochen, obwohl ich schon eine lange Zeit unter Menschen verbracht hatte und ich scholt mich für diese Gedanken. Astin war mit in vieler Hinsicht noch ein Rätsel. Diese junge Frau hatte sich als tapfere Istar, als Magierin, bewiesen und im kampf eine unerlässliche Unterstüzung. Doch ihre Gedanken blieben mir oft verschlossen. Still lächelnd sass sie in unserer Runde, ihre Präsenz war wohltuend und ich vermisste ihren aufmunternden Blick - ihr Herz blieb jedoch oft verschlossen.
Auch mein Herz wurde mir schwer als all diese Erinnerungen in mir aufsteigen und ich musste mich abermals dazu aufrappeln, nicht zu langsam zu werden. Ob ich mir die Schwäche einer kleinen Pause erlauben konnte? War es ratsam in einer so feindlichen Gegend Rast zu machen? Ich sah mich um um erblickte eine kleine Baumgruppe, deren Baumwerk zwar mehr tot als lebendig schien aber dennoch ein wenig Schutz vor dem Regen bieten sollte. Erschöpft lehnte ich mich gegen einen Baum und sank auf den Boden. Ich blickte auf meine Hand, die vom kalten Regen steif geworden war. Der Riemen meines Beutels hatte rote Striemen auf ihr hinterlassen. Elfen waren nunmal nicht dazu gedacht, große Lasten zu tragen dachte ich bei mir, wir sind nicht wie die Zwerge, die viel Gewicht ohne das Gesicht zu verziehen auf langen Strecken tragen konnten.
Sorahl, hatte mir so manches Mal den Beutel abgenommen und unter seinem dicken Bart gebrummelt dass sich Elfen im Tragen furchtbar hilflos anstellen würde. Obwohl er selber an seinen hunderten Feapilin, der Spezialität der Zwerge, zu tragen hatte war dieser brummelige alte Zwerg nie verlegen zu helfen. Und manchmal glaubte ich, ein leichtes Erröten unter seinem Bart erkennen zu können wenn man sich bei ihm bedankte - was er sich natürlich nie anmerken liess.
Ich zog meine Knie an und schlung meine Arme um sie, nur um gleich wieder zurückzuzucken. Der Verband an meiner Schulter zeugte von dem letzten Kampf gegen diese unsäglichen dunklen Gestalten, die sich in den Wäldern herumtrieben. Der Verband färbte sich abermals rot und mein Blick sank auf den Boden. Meine Heilkräfte würden nicht ausreichen, um diese Wunde zu heilen und ich verzog das Gesicht unter dem Schmerz. Ich blickte auf und sah den gelben Mond, der das Land in ein unangenehmes Licht tauchte. Seine Farbe erinnerte mich an die katzenhaften Augen der zweiten Heilerin in unserem Bund, Ansuu aus dem Stamme der Mornedhel. Trotz der uralten Feindschaft zwischen den Hochelfen und den Dunkelelfen war sie eine liebe Freundin und Ratgeberin, in so vielen Dingen reifer als ich. Ihr guter Rat bewahrte den Bund oft vor Torheiten und vorschnellen Entscheidungen. Eine Meisterin in der Heilkunst, flink und gewandt im Umgang mit Waffen...
Mein heisser Atem bildete kleine Dunstwolken in der kalten Nacht, die gespenstisch wabernd davonschwebten. Mein Kopf fühlte sich heiss und schwer an und ich musste mich dazu anhalten, die Augen offen zu halten. Erneut zog ich mein Schwert und betrachtete es, strich mit der Hand über den kalten Stahl - eine tödliche Klinge und hier allein in der Dunkelheit meine letzte Versicherung gegenüber den drohenden Schatten im Wald. Ärgerlich musste ich feststellen, dass an seiner Spitze noch das unheilige, schwarze Blut des Untoten haftete, der mich an der Schulter verletzt hatte.
Der Paladin Grimrick hätte mich sicher gescholten, so wenig auf meine Waffe zu achten. Er lachte oft über meine unbeholfene Weise, das Schwert zu schwingen und versuchte sein Bestes, mich in die Techniken der Edain einzuweisen, trotzdem erwies sich das Schwert of als zu schwer für mich und er hatte allen Grund im freundschaftlichen über mich zu lachen. Während ich über ihn und seine Kampfübungen nachdachte, wischte ich das Blut angewidert an meinem Umhang ab. Erschrocken blickte ich auf den Fleck, wie törricht war dies doch! Jetzt konnten sie mich meilenweit wittern, denn das Blut würde sich tief in den Stoff saugen und nicht so leicht auszuwaschen sein.
Meine Unvorsicht würde noch einmal mein Tod sein und ich versuchte, die Augen weiterhin offen zu halten. Krampfhaft umklammerte ich den Griff meines Schwertes und fühlte die inzwischen erkalteten Lederbänder. Langsam sank mein Kopf auf die Knie und mein Griff lockerte sich... weiter hinten im Wald hörte ich noch das Knacken der nahenden Schatten, die das Blut ihrer Brüder gewittert hatten doch ich hatte nicht mehr die Kraft, mich aufzurichten. Eine Träne ronn mir über die Wange und tropfte auf den mosigen Walboden und diesmal war mir bewusst, dass ich weinte. Der Nebel schloss meine Augen und es wurde still...
Freunde, sehen wir uns wieder?
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09.02.2005, 22:15
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#2
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Lehrling
Registriert seit: 07.12.2004
Beiträge: 29
Lineage2
greenleaf
Elf
Elfen Knight
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Menschenskind manche Leute sollte darüber nachdenken Bücher zu schreiben. Ich würde definitiv welche von dir lesen. Also mein tiefstei Respekt. Ich freu mich schon darauf deine nächste geschichte zu lesen.(Votsetzung?  )
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11.02.2005, 08:45
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#3
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Meister
Registriert seit: 11.01.2005
Beiträge: 259
Lineage 2
Ajuna
Elfe
Fighter
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Sehr sehr sehr geile Geschicht!!! Mehr davon... Fortsetzung!!!
Wehe du läst sie sterben!!!...
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Silbermond
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11.02.2005, 09:24
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#4
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Meister
Registriert seit: 30.12.2004
Beiträge: 166
Lineage 2
Mailu
Elf
Sword Muse
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Also ich bin gespannt wie ein Bogen auf die Fortsetzung (wenn es denn eine geben sollte ^^)
Und ich freue mich wie frisch gewaschene Wäsche dadrauf
Und wenn die Elfe stirbt bin ich traurig =(
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Sword Muse am nördlichen Nachthimmel
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15.02.2005, 18:54
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#5
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Staatsdiener
Registriert seit: 29.03.2004
Beiträge: 352
RL 1.2
*censored*
Dresdner
junglist student
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Spannend schreiben ist das eine, aber auch noch ständig neue verdammt gut passende Formulierungen zu ersinnen, und so viele Adjektive,etc.. -dazu gehört wirklich einiges! Respekt.
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18.07.05 TM auf jeden Fall bestanden
21.07.05
Grundlagen der Werkstofftechnik
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18.02.2005, 10:41
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#6
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Eingeweihter
Registriert seit: 05.05.2004
Beiträge: 51
Lineage ][
Agramon
Orc
Raider
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Sehr schön geschrieben!
Bin schon gespannt auf die Fortsetzung(?)
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19.02.2005, 11:08
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#7
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Legendärer Kampfmagier
Registriert seit: 09.04.2004
Beiträge: 3.178
Lemnea Ne'eria
Elfe
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danke ^^ *blush*
Eine Fortsetzung wird es geben, aber das Happy End ist ungewiss...
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10.03.2005, 18:37
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#8
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Legendärer Kampfmagier
Registriert seit: 09.04.2004
Beiträge: 3.178
Lemnea Ne'eria
Elfe
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Dankbarkeit
Dankbarkeit
Wieviel Zeit mochte wohl vergangen sein bis ich wieder zu mir kam? Stunden? Minuten? Tage? Immer noch lag der modrige Geruch der Verwesung und des Unheils in der Luft - seine feuchte Schwere legte sich drückend auf meine Sinne und erschwerte ihren Kampf um Klarheit. Auf meinen Liedern schien Blei zu liegen, nur mit großer Anstrengung ließen sie sich dazu überzeugen, sich einen Spalt zu öffnen. Meine Sicht fiel auf den mosigen Waldboden, der irgendwie dunkler zu sein schien als noch zuvor. Vorsichtig tastete ich mit der Hand nach dem Untergrund, und zuckte sogleich wieder zurück. Schwarzes Blut! Mein Herzschlag beschleunigte sich und in meinem Kopf überschlugen sich die Gedanken als ich in kurzer Entfernung den Kadaver eines láfirin liegen sah. Mein Blick fiel nach oben und blickte in die goldglühenden Augen eines Mornedhels. Mit der einen Hand umfasste er einen blitzenden Dolch, dessen Klinge teils mit schwarzem Blut besudelt war. Er erwiderte meinen Blick und lächelte siegessicher vor sich hin während sich sein Griff um den Dolch festigte und sein Körper zum Kampf anspannte. Keine Frage, er würde nicht zögern sich einen solch leichten Kampf entgehen zu lassen, die Kälte in seinen Augen schien von Sekunde zu Sekunde zuzunehmen. Ich griff mein Schwert, fühlte seine beruhigende Schwere und richtete mich mit einem Ruck auf. Ein Fehler! Mein Körper war der Anstrengung nicht gewachsen und der Schmerz der Wunde an der Schulter schoß wie tausend Nadelstiche durch meinen Körper. Mein Magen verkrampfte sich zu einem Stein und die Wirklichkeit tanzte in bunten Punkten um mich herum. Alles schien zu zerfließen, mein Körper gab nach und der Boden raste mir entgegen. Ich sterbe, dachte ich bei mir. Wie aus einer weiten Ferne hörte ich dumpf das heißere Lachen des Dunkelelfen, bevor mich die Dunkelheit mit ihren weiten Armen umfing.
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Ich spürte es. Das starke Muskelspiel kontrollierter Stärke unter dem rauhen Schuppenpanzer, der bei Sonnenschein ein tiefgrünes Schimmern getaucht war. So ist es also, dachte ich fast schon verzückt, so ist es also zu sterben...man reitet auf einem arwahloké in die Unendlichkeit. Ich erinnerte mich an meinen eigenen Drachen, dessen dunkle Augen so tief und unergründlich blickten, dass man sich stundenlang darin vergessen konnte. Obwohl sie Geschöpfe des Zorns und des Feuers waren, hatte man sich doch mit Erfolg auf die Zucht einer Drachenrasse gewagt, die als Reittier und im Kampf gute Dienste leisten würde. Treu waren sie, und ihre scharfen Zähne richteten sich wie Klingen im Kampf gegen jeden Gegner, der das Leben des Gefährten zu bedrohen wagte. Ich lächelte innerlich, denn dieses Tier schien mir nur allzu geeignet, als Begleiter auf der letzten Reise zu dienen. Schlummernde Wildheit im ewigen Dienst der Treue verschrieben. Ich wagte es nicht, die Augen zu öffnen. Einzig allein spüren wollte ich die Kraft des Drachen und versuchte, mit der Hand die Kraft unter seinen Flanken zu spüren.
Es ging nicht! Ich konnte sie nicht bewegen! Irgendwas stimmte hier nicht. War es einem im Tod etwa nicht gestattet, seine Handlungen nach eigenem Willen auszuführen? Wurde man zu einem Spielball größerer Mächte? Meine Sinne wurden allmählich etwas klarer und ich vernahm das Klirren des Geschirrs und das Schnaufen des arwaloké. Die Luft schien immer noch drückend schwer voller Modergeruch, der sich wie ein dicker Vorhang über alles und jedes zu legen schien. Öffne die Augen! Das Laufgeräusch des Drachen auf unbefestigtem Grund. Öffne die Augen! Das Schaukeln bei jedem Schritt des Drachen. Öffne sie! Raues Seil an den Handgelenken, gebunden hinter dem Rücken. Mir stockte der Atem. Offen!
Viel schlimmer als der Tod, dachte ich trotzig bei mir. Meine Hände waren hinter meinem Rücken gebunden, das rauhe Seil war fest angezogen und erlaubte keinerlei Bewegung. Ich saß auf einem Drachen, soweit hatten mich meine Sinne nicht getäuscht. Doch vor mir saß der Dunkelelf, dessen Dolch noch vor kurzem der sichere Tod bedeutet hatte. Hätte er mich doch getötet, hätte er mir doch die Schmach der Gefangenschaft erspart! Ich senkte meinen Blick und starrte auf die Verzierungen des Sattels. Aus ruthadôr, den Landen der Furcht wie sie die Ältesten nannten, stammten sie. Ich schauderte. Die grausamen Geschichten über diese Lande verfolgten mich immer noch im Schlaf. Ich fragte mich, ob es noch schlimmer kommen könnte. Alleine, ohne die Unterstützung des Bundes, als Gefangene eines Mornedhel aus den Landen der Furcht. Meine Hände waren taub und jeder Versuch, das Seil ein wenig zu lockern, zog es nur enger zusammen und trieb es weiter ins Fleisch. Wahrlich, schlimmer konnte es nichtmehr kommen. Ich brach in schallendes Gelächter aus, halb wahnsinnig bei dem Gedanken, gefangen zu sein. Ruckartig brachte des Dunkelelf den Drachen zum Stehen. Töte mich doch! Ich lachte weiter. Beende dieses aberwitzige Spiel! Er drehte sich zu mir um und blickte mich erstaunt an. Seine kaltgoldenen Augen verstanden nicht, was mich zu einem solchen Lachen veranlasste.
Der arwahloké trippelte unruhig hin und her, mein Gelächter musste wohl auch ihn aufgeschreckt haben. Der Dunkelelf sprach weiterhin kein Wort und ich wusste nicht, wie ich sein Schweigen zu deuten hatte. Er zückte seinen blitzenden Dolch und sprang behende von dem Reitdrachen ab. Ohne einen Laut zu verlieren, packte er mich und riss mich ebenfalls hinunter. Immer noch lachend fiel ich mit dem Gesicht nach unten auf den staubig trockenen Boden. Tränen ronnen mir die Wange hinunter und ich hatte Angst, den Verstand zu verlieren. Die alten Geschichten über die Lande der Furcht taten ihren Dienst. Sie erfüllten jede Faser meines Körpers mit einer schrecklichen Angst, so dass ich weder ein noch aus wusste. Es war nicht die Angst, zu sterben, sondern die hilflose Angst des vollkommenen Ausgeliefertseins. Der Dunkelelf trat einen Schritt auf mich zu und hob seinen Dolch. Obwohl ich es nicht genau sehen konnte, so fühlte ich doch die singende Klinge über mir. Er holte aus und rammte den Dolch kraftvoll in die spröde Erde, kurz vor meinen Augen. In der noch mit dem Blut der Untoten befleckten Klinge konnte ich meine Augen sehen. Sie waren grau. Wie in Trance blickte ich in sie und sah nichts darin. Diese erschreckende Leere ließ mein Lachen mit einem Schlag verstummen.
Ohne mich eines weiteren Blickes zu würdigen, machte er sich an die Vorbereitungen für ein Nachtlager und entzündete ein wärmendes Feuer. Ich konnte den Anblick meiner Augen nicht mehr ertragen, drehte mich auf den Rücken und blickte in den fahlen Himmel, an dessen Horizont sich die Dunkelheit nahende Nacht ankündigte. Leere erfüllte mich, es schien, als hätte ich jegliche Gefühle hinausgelacht. Einzig die brennende Hitze an der Schulter erinnerte mich daran, dass ich noch am Leben war. Die Wunde hatte sich bestimmt entzündet, von ihr ging ein gefährliches Gefühl der Schwäche aus, dass meinen ganzen Körper erfassen würde. Meine innere Leere ließ die Erinnerung an die uralten Heilsprüche nicht zu, und auch meine Konzentration würde sowieso immer noch nicht ausrecheichen um sie auszuführen. Ich drehte meinen Kopf zur Seite und beobachtete den Dunkelelfen, wie er in seinem Gepäck nach etwas zu suchen schien. Er zog eine Phiole mit einer leuchtend blauen Flüssigkeit hervor und nickte zustimmend als er sie prüfend hochhielt. Miruvor - dachte ich erstaunt bei mir. War er etwa der Kunst der Heilung mächtig?
Egal, er würde es sowieso nicht für mich einsetzen. Die Mornedhel sind hinterhältig und grausam, niemals würden sie ohne Grund einem Fremden ihre Hilfe anbieten. Er kniete sich vor mich und entfernte den Verband an meiner Schulter. Bestimmt wollte er nur die Qualität seiner Beute verbessern, schoß es mir abfällig durch den Kopf. Er benetze die Wunde mit dem miruvor und eine beruhigende Kälte breitete sich aus während seine Lippen stumm einen Heilzauber formten. Ich wollte mir nicht eingestehen, dass es eine Wohltat war, von der Wunde befreit zu werden und drehte meinen Kopf angewidert ab. Niemals, niemals war er in der Lage zu einer solch gutmütigen Tat. Die Schwäche wich aus der Schulter, die Wunde schloß sich. Ich war seine Beute, nichts weiter, versuchte ich mir weiter einzureden. Eine lebende Beute schien wohl wertvoller zu sein als eine tote. Wieder nickte er zustimmend und beendete den Heilzauber. Mit einer raschen Bewegung zog er den Dolch aus der Erde und durchschnitt damit meine Fesseln. Nun wusste ich nichtmehr, was ich von seinem Handeln denken sollte. Wozu die Fesseln, wenn die Verletzung mich doch geschwächt hatte? Warum löste er sie nun, da die Wunde mich nichtmehr länger behinderte? Zögerlich richtete ich mich auf und blickte fragend in seine kalten, goldglühenden Augen. So ganz anders als Ansuu's Augen waren sie. Weder gütig, noch warm, sondern kalt und unergründlich. Ich rieb meine Handgelenke und versuchte, etwas Leben in die steif gewordenen Finger zu bekommen. Prüfend bewegte ich meine Schulter. Er hatte seine Beute ausgezeichnet geheilt, dachte ich spöttisch.
[...]
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Fortsetzung folgt.
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10.03.2005, 22:19
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#9
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Staatsdiener
Registriert seit: 11.07.2004
Beiträge: 336
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echt nice  , bin eigentlich nicht so der lese typ aber das echt gut ^^
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server : Teon
Name : Michi
lVl : 64+ HawkEye r.i.p
Name : Mumu
lVl : 76+ SH : sub : necro lVl : 73 + r.i.p
Name : Bemmel
lVl : 79 Gladi ; sub : 78 destro
Clanname : REDSEAL Ally : Union
www.HYPEFM.com sound for the nation !!!!
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12.03.2005, 10:04
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#10
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Meister
Registriert seit: 30.12.2004
Beiträge: 166
Lineage 2
Mailu
Elf
Sword Muse
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Also wenn du Geschichten schreibst, will ich immer direkt weiter lesen ^^
Spann mich nicht so auf die Folter
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Sword Muse am nördlichen Nachthimmel
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13.03.2005, 12:11
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#11
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Gelehrter
Registriert seit: 16.01.2005
Beiträge: 90
Ocrana
Drows/Katzen
Schurken/Diebe/Duellanten
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das wird ja immer schlimmer....jetzt muss ich schonwieder darauf warten bis es weiter geht, wie soll ich das nur aushalten??
Aber so schlimm sidn wir Dunkelelfen auch garnich, harte Schale aber ein wicher Kern
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13.03.2005, 23:00
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#12
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Legendärer Kampfmagier
Registriert seit: 14.02.2004
Beiträge: 3.352
UMVC 3, KOF XIII
Dante, Trish, Doom
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Bitte bau auch einen Orc in die Geschichte ein.
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25.02.2006, 19:58
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#13
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Lehrling
Registriert seit: 23.02.2006
Beiträge: 17
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@lowlita - du kannst zeichnen
- du kannst schreiben
mach was aus deinem talent werd manga oder fantasy autor/in freu mich jetzt schon auf deine werke
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26.02.2006, 01:32
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#14
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Legendärer Schwertmeister
Registriert seit: 15.10.2004
Beiträge: 2.966
Least I Could Do
Megatokyo
Chugworth
CtrAltDel-Online
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Das wird ja immer besser, der Thread ist erst knapp über ein Jahr alt
Madame Lowlita ist nur leider nicht mehr hier am Board vertreten.
Das Studium geht vor (soweit ich weiss)...
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Sweetcheeks - Kromede(Sorc)/Thor(Temp)
Do you have the time, to listen to me whine? About nothing and everything, all at once. I am one of those melodramatic fools, neurotic to the bone, no doubt about it.
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04.01.2008, 00:40
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#15
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Edelmann
Registriert seit: 25.01.2006
Beiträge: 141
Lineage2
Elf
PlainWalker
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Weiterschreibeeeeen!!!!
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07.04.2008, 21:49
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#16
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Lehrling
Registriert seit: 15.10.2004
Beiträge: 26
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Die Geschichte hat mich sehr gefesselt. Würde mich über eine Fortsetzung sehr freuen
mfg
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If you are about to DiE
DiE in honor,
Take time and victims around you with you...
Kain Veteran
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